Sie sind nicht angemeldet.

691

Mittwoch, 10. Juni 2015, 18:20

Nachtrag. Die Hahnepooten sind ab. Van de Velde ist schuld. Das Vorstag hat's nicht überlebt. Aber ein neues zu machen war auch nicht mehr Arbeit als die noch fehlenden Hpn am Kreuzmast zu zaubern. Erstaunlich übrigens, welche Festigkeit das stehden Gut jetzt den spargelweichen Plastemasten verliehen hat.
Übrigens ist heute kurz vor Ausbruch des Superpoststreiks noch meine neue Kamera angekommen. Wieder eine IXUS 95, mit der ich so sehr zufrieden war. Jetzt allerdinsg in PINK. Sieht grauslich aus, hilft aber vielleicht gegen das Verkrosen.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

692

Mittwoch, 10. Juni 2015, 18:41

Zitat

Die Hahnepooten sind ab.
:heul: :heul: :heul: (Ich muss zugeben, ich empfinde wie barockeske Schiffszimmerleute: Hahnepooten sind oft schlicht sinnfrei- aber sehen wichtig aus und - soooo schön :love: .)

Aber das ist schon okay, dann fruddel ich mir eben selber welche - und zwar an meine Reaper,So!!... :grins: :baeh: ;)

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



693

Mittwoch, 10. Juni 2015, 18:51

....und gerade auf die Hahnepooten freue ich mich schon so!!!! ich lasse mir die Suppe (von van de Velde) nicht versalzen und hoffe dass 1637
noch gehahnepootet wurde! ich bau doch meine Sovy nur wegen der Dinger...... ;)

694

Mittwoch, 10. Juni 2015, 22:52

Hallo Schmidt,

ich finde es gut das Du die Dinger wieder weg gemacht hast, wenn sie am Gemälde nicht waren dann ist es doch recht sicher das sie am Original auch nicht waren ;) :ok: ...und am londoner Modell sind sie ja auch nicht, also ich finde: ALLES RICHTIG GEMACHT :ok:

LG
Oliver

695

Donnerstag, 11. Juni 2015, 07:48

Aha! Man kann es also allen recht machen. Wusst' ich's doch!
Schmidt Sinepoot
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

696

Donnerstag, 11. Juni 2015, 09:01

So sehen die totalgefakten Taljen an den Stengewanten aus:



Und hier der Beweis für das Verschwinden der Hahnepooten.



Mit meiner neuen Ixuskamera bin ich so glücklich, dass ich gestern tatsächlich ein paar Versuche mit selbstgewählten Einstellungen gemacht habe. (Sonst war der Schalter auf Automatic eingerostet.) Dabei ist es mir u.a. endlich einmal gelungen, die Wirkung der Glanzklarlackfenster festzuhalten:








Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

697

Donnerstag, 11. Juni 2015, 09:18

Mit meiner neuen Ixuskamera bin ich so glücklich, dass ich gestern tatsächlich ein paar Versuche mit selbstgewählten Einstellungen gemacht habe. (Sonst war der Schalter auf Automatic eingerostet.) Dabei ist es mir u.a. endlich einmal gelungen, die Wirkung der Glanzklarlackfenster festzuhalten:

Was für Einstellungen hast du denn gewählt um "Das" festzuhalten, bzw warum?

698

Donnerstag, 11. Juni 2015, 09:56

Ich habe vom Fotografieren sehr wenig Ahnung. Daher meine erklärte Liebesbeziehung zu Automatikknipsen. In diesem Fall habe ich auf manuellen Betrieb umgeschaltet und den Makro gewählt, dann mehrere Fotos gemacht, bis der Fenstereffekt sich wie in der Wirklichkeit präsentierte. Das ist alles.
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

699

Donnerstag, 11. Juni 2015, 10:05

Dann ist alles gut. Der Makromodus ist ja auch nur eine Programautomatik. Das heißt Blende so groß wie möglich um so eine sehr geringe Schärfentiefe zu realiesieren. Mit dem vorhanden Licht laut messung wird die Belichtungszeit ermittelt. Wie nahe du ran kannst bestimmt was die Cam noch Scharf stellen kann.

Da die Blende so weit wie möglich ist und du meistens drin knippst ist das einer der besten Modi für den Heimischen Modellbauer. :ok:

700

Donnerstag, 11. Juni 2015, 11:57

Guten Tag Schmidt,

jetzt habe ich mich in den vergangenen Tagen auch noch einmal durch deinen Baubericht durchgegraben.

Das ist in diesem Maßstab als Bausatz das Beste, was ich bisher kenne. :respekt:

Gratulation auch zu den "Gefechtstüchern", ein nicht unbedeutendes Detail, das auch Holger bereits auf dem Schirm hatte.

Da diese in deinem Baubericht jetzt sehr ausführlich besprochen wurden erlaube ich mir eine Ergänzung was die französische Ausführung betrifft, so bleibt es in einem BB gebündelt. Um die Zeit 1668 wurden diese bei den Franzosen als Pavois - sprich "Schanzkleider" bezeichnet und auch als Dekoration zu festlichen Anlässen drapiert, so steht es zumindest im Dictionaire de la Marine von 1829.

Zeitgenössische Aufzeichnungen beschreiben diese bei der Royal Louis von 1668 als rotem oder blauen Wollstoff oder Ratiné (Tuch, flauschiges Gewebe od. Gewirke mit lockigem od. knotigem Flor [< frz. ratine] mit gelben "..fleur de lys..." (bourbonische Lilie, also das königliche Lilienemblem versehen, was mehr für blaue Tücher spricht), unter anderem im Bereich der Schanz, Marse etc. und über die Schiffskonstruktion drapiert wurde. Ferner findet sich noch folgender Hinweis: "... wie man es seit kurzem ausführt an den Schiffen seiner Majestät..."

Es ist also davon auszugehen, dass zumindest bei französischen Schiffen diese erst um 1668 eingeführt wurden.

Beste Grüße

Bernd

701

Donnerstag, 11. Juni 2015, 12:54

Danke, Bernd, ich weiß das sehr zu schätzen!

Auch bei den Engländern dienten die Tücher sowohl als Schmuck bei Paraden als auch als Schutz im Gefecht. Wenn das mal nicht typisch barock ist!

Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

702

Donnerstag, 11. Juni 2015, 13:14

Auf dem alten Artwork des Airfixbausatzes der Wasa (damals noch mit "W") war sie ebenfalls mit Stoffbahnen rings um die Marsen dargestellt. In blau mit gelben schwedischen Kronen. Das war 1628. Allerdings weiß ich nicht, inwieweit man dem Glauben schenken kann...bei den Museumsmodellen und speziell dem Untergangsdio fehlen diese, soweit ich darüber Bilder finden konnte. Nur so...

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



703

Donnerstag, 11. Juni 2015, 14:11

Für mich bleibt bei den Tüchern die Frage, ob sie die Püttingswanten abgedeckt haben oder wie die Kollegen auf die Mars kamen ...

XXXDAn
... keine Angst, der will doch nur spielen ...



Feinste Ätzteile für HMS Victory 1:100
http://www.dafinismus.de

704

Donnerstag, 11. Juni 2015, 14:15

Also zu meiner aktiven Rock'n Rollzeit wurde auf und um die Bühne alles, was mit Stoff zusammenhing, entweder mit Klettband oder Gaffa befestigt, das war bei Bedarf schnell lösbar... (Scherz! ) :grins:

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



Beiträge: 1 225

Realname: Dirk Wörner

Wohnort: Harsewinkel

  • Nachricht senden

705

Donnerstag, 11. Juni 2015, 14:22

..... und auf dem zweiten Foto sieht man, das die neue Kamera auch gut "begossen" wurde :rolleyes: :D . Prost.... und tolle Fotos!!! :ok:

706

Donnerstag, 11. Juni 2015, 14:47

Mein Referenzbild zeigt die Tücher auf den Marsen nur bis deren Oberkante. Würde ich sie aufstellen, würde ich zwischen ihnen und dem Mars mindestens eine Handbreit freilassen, damit der Seemann hier hinlangen und sich nach oben ziehen kann.

Das grüne Zeug in dem Gläschen ist übrigens Chartreuse, ein von französischen Mönchen hergestellter LIKÖR mit 67 % Alkohol, in den 122 Kräuter ohne Brand versetzt, also irgendwie hineingehämmert werden. Sieht aus wie halbfrisches Motoröl und schmeckt höchst besonders. Ich empfehle ihn bei Magenverstimmung.

Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

707

Donnerstag, 11. Juni 2015, 15:37

Oups, haben unsere Hinweise dir wieder auf den Magen verschlagen?

Sorry :-)

XXXDAn
... keine Angst, der will doch nur spielen ...



Feinste Ätzteile für HMS Victory 1:100
http://www.dafinismus.de

708

Donnerstag, 11. Juni 2015, 16:31

Ich hatte das Gläschen wohl auch gesehen. Da es auf meinem Moni aber eher grün und nicht farblich wie Motoröl rüberkommt, habe ich auf Absinth getippt und mir gedacht "jaja, Modellbauer sind eben doch Künstler und pflegen einen dementsprechenden Boheme-Lifestyle...!" Und geschwiegen. :pfeif:

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



709

Donnerstag, 11. Juni 2015, 17:16

Es sieht aus wie GRÜNES Motoröl. Und natürlich sind Modellbauer Künstler...
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

Beiträge: 334

Realname: Harald Biene

Wohnort: In den unendlichen Weiten des Weltraums

  • Nachricht senden

710

Donnerstag, 11. Juni 2015, 22:15

Hallo Schmidt
Als heimlicher Mitleser habe ich großen Respekt vor deinen Künsten. In dem Maßstab ist alles so winzig ;(
Dein grüner zaubertrank ist bestimmt nach einem alten gallischen Rezept aufgesetzt. Ich hab das vor vielen
Jahren mal mit ponischem Wodka, Wermut und Cannabis gemacht. danach war ich sehr ruhig und kreativ :grins:
Mit Absinth, vor allem dem echten, wäre ich vorsichtiger :du: . Vincent van Gogh hat sich, nach dem Konsum,
sein Ohr abgeschnitten :verrückt: Das stört,vor allem wenn man eine Brille braucht. Frag mal den Niki Lauda :grins:


Gruß Harald

Beiträge: 439

Realname: Holger

Wohnort: bei Limburg / Lahn

  • Nachricht senden

711

Freitag, 12. Juni 2015, 09:48

Hallo Schmidt,

dein Modell schaut richtig gut aus. Die Hahnepooten wegzunehmen finde ich persönlich den richtigen Schritt.
Allerdings sind an der Prince kaum noch Möglichkeiten vorhanden um sich nun in Hahnepooten auszutoben.
Anders als bei der Sovereign, da sind sie so reichlich, da ginge die an den Marsen doch mehr oder weniger unter....
Ich habe noch ein wenig gestöbert und welche am französischen Schiff im Album de Colbert gefunden.
Das ist um 1670, kann gut sein, daß die Franzosen die Teile erfunden haben.
Apropos Franzosen, die von Bernd beschriebenen Blümchendecken an den Bordwänden finden sich auch auf Abbildungen.
Der blaue Hintergrund scheint hier auch ein heißer Tipp zu sein, jedenfalls für die Soleil Fraktion.
:wink:
Holger
_______________________________________________________
Fertig: holländische Fregatte "Wapen van Edam" 1644 in 1/160
Im Bau: englisches Linienschiff "Royal Katherine" 1664 in 1/160

712

Samstag, 13. Juni 2015, 10:06

Ich habe gestern nach Pollux' Vorbild ein bisschen mit geleimtem Tempo (2 Lagen) für die Segel experimentiert. Das Ergebnis finde ich bislang erstaunlich "weich", verglichen mit den Sonnensegeln etc, die ich bislang aus leimgehärtetem Tepo gebaut habe. Liegt wohl an der Verdünnung des Leim/Wasser-Gemischs. Zum Färben habe ich Tea benutzt. Der ist vielleicht ein bisschen zu grau.
Ich wollte mich aber mit etwas anderem vorausblickend an die Interessierten widmen. Dazu zunächst noch einmal das Referenzbild:




Die Szene habe ich ja schon einmal gedeutet: Die Prince bekommt den Wind gerade aus etwa 2 Uhr und versucht weiter abzufallen, um sich von den Holländern an SB zu trennen. Alle Segel scheinen zu flattern, bis auf den Lateinerbesan, den ma ja am besten auf vorderlichen Wind ausrichten kann, und das Kreuzmarssegel. Durch den Fall der Großmarsstenge sind die Fockmarsbrassen ausgefallen. Womöglich werden sie gerade ersetzt. Man versucht, die Segel des Fockmastes mit den Bulins an den Wind zu bekommen.
Stimmt das so?
Und warum steht das Kreuzmarssegel so voll? Es müsste doch als letztes an den Wind kommen.

Ich eröffne die Fachdiskussion.
Danke
Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

713

Samstag, 13. Juni 2015, 12:03

Zitat

Und warum steht das Kreuzmarssegel so voll? Es müsste doch als letztes an den Wind kommen.

künstlerische Freiheit, goldener Schnitt.....
Gestalter haben noch zu keinem Zeitpunkt die Realität dargestellt! Ich würde der Sache nicht 'so viel' Beachtung schenken....
;)

714

Samstag, 13. Juni 2015, 12:31

So wie ich das sehe, "killt" das Vormarssegel aufgrund der fehlenden Brassen. Es wird noch durch das angebrrasste Voruntersegel an den Wind gebracht bzw. indirekt angebrasst über seine Schoten, die ja an die Voruntersegelrah laufen, den Rest versucht man grad mit Bulins zu erreichen. Das Kreuzmarssegel wird nicht bekalmt - ist ja nix mehr da, was dies tun könnte,aber das wichtigste: Dieses hat ja offensichtlich noch völlig intakte Brassen und steht sozusagen noch am Wind, daher die glatte geblähte Form. Soweit die Theorie.

Was sagen die Segelexperten zu dieser These?? :nixweis:

Chris :ahoi:
"Go and tell Lord Grenville that the tide is on the turn. It's time to haul the anchor up and leave the land astern. We'll be gone before the dawn returns. Like voices on the wind..." (A. S.)

"Mayflower"

"La Santissima Madre"



715

Samstag, 13. Juni 2015, 14:02

künstlerische Freiheit, goldener Schnitt.....
Gestalter haben noch zu keinem Zeitpunkt die Realität dargestellt! Ich würde der Sache nicht 'so viel' Beachtung schenken....
Na ja. Ich habe ein paar Bücher insbesondere über die holländische Marinemalerei gelesen. Danach fußten die Bilder, insbesondere wenn sie in staatlichem Auftrag gefertigt wurden, auf den Berichten der Beteiligten. Eine historisch oder technisch misslungene Darstellung hätte dem Kredit des Malers schwer geschadet. Erstbetrachter und Auftraggeber der Bilder waren ja überwiegend Fachleute.
Dass durch das Fehlen des Großmarssegels das acharf angebrasste Kreuzmarssegel schon guten Wind bekommt, leuchtet mir ein!

Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

Beiträge: 1 225

Realname: Dirk Wörner

Wohnort: Harsewinkel

  • Nachricht senden

716

Samstag, 13. Juni 2015, 14:13

Hi Schmidt..... :wink:

Okay... ich habe einen Segelschein, habe aber bis jetzt nur Jollen geseglt..... deswegen ist meine Aussage etwas mit Vorsicht zu genießen.

ich glaube schon, das der Maler sich um die Windrichtung Gedanken gemacht hat. Man achte auf die Flaggen... die allesamt in die gleiche Richtung stehen. Für die Prince kommt der Wind schräg von vorn (Steuerbordseite) also wäre das ein "Am Wind Kurs". Auch schön zu sehen an dem kleinen Schiff im Vordergrund... die Segel am Fockmast werden nach hinten gedrückt, weil die Rahen (noch) nicht richtig stehen..... und müssten noch "angebrasst werden. Ist aber nur ´ne Mutmaßung.

Eigentlich stehen die Rahen richtig bei der Prince... die Segel sind auf der Steuerbordseite flach und auf der Backbordseite bauschig... so wirken die Rahsegel wie eine Tragfläche und leisten Vortrieb. Wenn die Brassen natürlich Defekt sind und das Segel nicht richtig zum Wind steht fängt es an zu flattern. Man darf bei dem Gemälde auch nicht vergessen... die Prince befindet sich im Gefecht und muss in kurzer Zeit mehrere Manöver fahren.... Da hier das ein oder andere Segel nicht genau steht.... ist nachvollziehbar... für die damaligen Seeleute Stress hoch drei.

Ach ja.... da im Gefecht und wahrscheinlich andere Schiffe auch mal den Weg kreuzen...(und noch viele andere Faktoren) ist der "Winddruck" in den Segeln natürlich nicht überall gleich. Meine Meinung.... der Maler hat das schon gut und glaubhaft dargestellt. Wie geschrieben halt nur meine Meinung. Hoffe das hilft dir weiter.....

Gruß, Dirk.

717

Samstag, 13. Juni 2015, 17:54

Dann ist das vielleicht einigermaßen geklärt. Ich höre aber gerne noch andere Meinungen.

So, und nun an die Segel. Himmel, was habe ich mir da eingebrockt! Wieviele Segel werde ich schneidern müssen, bis sie passen?
Aber ich will weder vorgreifen noch klagen. Das Material, das Pollux verwendet hat (2 Lagen Tempo mit Leim) finde ich erstmal großartig. Ich zeige später, wie ich damit verfahren bin. Hier erst einmal Problem Nummer Eins: Größe und Zuschnitt der Segel. Ich habe mit der Fock begonnen. Es gibt offenbar keinen anderen Weg, als ein Segel auf Verdacht zu schneidern, an die Rah zu binden und Stellproben mit provisorischen Schoten/Halsen/Brassen zu machen. Die unten zeigt den Stand der Dinge:






Ich denke, das Segel ist zu kurz geraten. Aber auch mit einem längeren werde ich den Eindruck des Gemäldes nicht erreichen. Muss vielleicht auch das Untersegel kein gerades, sondern ein gebogenes Unterliek haben wie die Marssegel?

Was meint Ihr?

Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

718

Samstag, 13. Juni 2015, 18:36

Hallo Schmidt,

meine Untersegel haben immer ein gebogenes Unterliek :nixweis: , keine Ahnung ob das historisch richtig ist, aussehen tut es meiner Meinung nach aber besser.

LG
Oliver

Beiträge: 2 569

Realname: Michael

Wohnort: Rheinland-Pfalz

  • Nachricht senden

719

Samstag, 13. Juni 2015, 20:57

Ich denke auch, da das Segel mir auf dem Gemälde auch sehr lang vorkommt, also tief hängt, wäre es schon angebracht das es im Decksbereich höher hängt.
Ich würde sagen einfach mal ausprobieren.
Was hat der arme Horatio verbrochen dass ihr ihn, diesen Hänfling zur See schicken wollt? Suckling 1771

720

Sonntag, 14. Juni 2015, 11:25

Zurück zur Herstellung der Segel.

Ich ahme im Wesentlichen das Verfahren Pollux nach: 2 Lagen Tempo mit Leim/Wasser/Tee getränkt. Die Spannvorrichtung habe ich selbst erfunden, einfach und funktional. Das Material haftet sehr gut auf dem Holz und lässt sich so spannen und entknittern.




Hier das Probesegel. Die Bahnen sind zu breit (1 cm!) und zu dick aufgemalt. Keine Lieken angeklebt, sondern angemalt. Die Bauchung durch kleine Falten an den Seitenlieken ist die richtige Idee, aber man muss wirklich sehr tricksen, damit die Falten nicht zu weit ins Segel laufen. Besser mehrere kleine Falten als wenige große. (Leichter gesagt als getan.) Die Kanten sind mit Sekundenkleber versteift, am Oberliek kann man danach kleine Löcher eindrücken.




Das fertige Segel wollte ich an einem sorgfältig hergestellten Probemast durch Einweichen in Leim und Formen/Biegen in Form bringen. Fehlschlag. Natürlich. So hängt es sich nur aus.




Also habe ich das Verfahren von Oliver adaptiert, das Segel auf ein Tuch gelegt und so mit Papierkügelchen unterlegt, dass sich beim Abtrocknen des Leims eine Flatterseite an SB und ein leichter Bauch an BB ergeben sollten.




Und hier noch eine Nahaufnahme des Segels. Die Struktur gefällt mir schon recht gut, sie passt zu dem nicht voll stehenden Segel. An der Farbe wird noch zu arbeiten sein. Bahnen wie gesagt zu breit und zu prominent.



Schmidt
Restaurierung eines Werftmodells aus dem Jahre 1912 jetzt als Webseite: http://kaiserfranzjoseph.de/
Über das Bemalen mit Humbrol- und Ölfarben: http://www.wettringer-modellbauforum.de/…9193#post739193

Ähnliche Themen

Werbung