...so Leute nach einiger "Abstinenz" hier im Forum (aus zeit-technischen Gründen-ich musste mal am Modell was weiterbringen und wenn ich hier online bin komm ich vor lauter lesen gar nicht mehr zum bauen

)
hier nun die letzten Neuigkeiten von meiner Werft...
Nach meinem letzten Eintrag habe ich begonnen die Püttingswanten anzubringen. Da ich aber keines Falles diese Wanten so wie im Bauplan angegeben darstellen wollte, musste ich mir wieder mal was einfallen lassen
Die Taustärke der einzelnen Wanten sind ident mit den darüber anzubringenden Stengewanten (d.h. für den Fockmast 0,5mm, den Großmast 0,7mm und den Besanmasten 0,3mm Garn) . Für die Befestigung habe ich die einzelnen Jungfern mit Garn umwickelt (auch wieder mit der dazugehörigem Stärke) und dieses Garn dann in weiterer Folge mit einem Metallstreifen (ca. in der Größe der handelsüblichen Püttingsbeschläge-z.b. von Krick) eingebunden.In diesen Streifen wiederum wurde an einem Ende mit dem Handbohrer ein kleines Loch gebohrt. Dann habe ich die so vorbereiteten Jungfern in die zuvor ausgefrästen Öffnungen der Marse gesteckt und mit nem Tropfen Superkleber-Gel gesichert.Diese "Sicherung" hat nat. en Vorteil, dass beim Spannen der Stengewanten dier Zug nicht auf die unteren Wanten geht, sondern direkt an der Mars endet!! Also nichts mit aufgebogenen Unterwanten - weil der Zug nach oben zu stark ist
Danach wurden in die einzelnen Wanten an einem Ende kleine Eisenhaken eingebunden, welche dann einfach in diese Löcher eingehakt werden. Ich bin mir nicht sicher,ob diese Form der Püttingwantbefestigung für das Zeitalter der SR gerechtfertigt ist, aber es erschien mir logisch und sieht außerdem gut aus

.....das untere Ende habe ich mit 2 Zurrings an den jeweils direkt darunter liegenden Want befestigt.
Hier mal 2 Fotos (bitte um Nachsicht, mein Makro spinnt und besser bekomme ich es in diesem Bereich nicht hin- noch dazu kommt, dass in diesem Bereich ja alles in Schwarz gehalten ist- das erschwert die Nachaufnahme hier um einiges!)

...als nächstes kommt jetzt was "besonderes" für euch... ich habe mir wirklich lange den Kopf zerbrochen, wie ich das Vorstengenstag darstellen will (mit der von Heller vorgegebenen Version wollte ich mich beim bestn Willen nicht anfreunden!) und das ist dabei rausgekommen:

...so und jetzt meine Erklärung WARUM ich es so gemacht habe (bitte um Verständnis, dass ich hier ein wenig aussschweifen muss!):
unser lieber Onkel Mondfeld schreibt auf Seite 314 das es zwar (lt.seiner Meinung) nach keine Vorschriften für das Ansetzen des Stengestages gibt.und Violinblöcke sind erst ab ca. 1660 belegt und alles was "früher" war, konnte nicht mit einem solchem Block versehen sein.Ok- ABER in seinen Abbildungen auf der nächsten Seite sehe ich keine einzige Version, die mit nem Violinblock - dargestellt ist!!Soll das bedeuten, das diese Varianten alle samt nur für Schiffe vor 1660 gelten, oder wie soll man das verstehen??Mit dieser Antwort wollte ich mich nicht zufrieden geben und schmöckerte mal in meinen "neuen" Büchlein..und siehe da...was sehen meine trüben Augen...im Handbuch von Karl Heinz Marquardt steht auf Seite 105 folgendes:
Zitat: ....bei größeren Schiffen saß das Vormarsstengestag
bis ca.1720 mit einer Violinblocktalje auf dem Sprietmastknie, und die holende Part lief über einen Leitblock am Bugspriet...Zitat Ende.
naja und da es dazu auch ein tolles Bildchen gibt, welches eben diese Variante auch für kontinentale Schiffe anschaulich darstellt, war dies die einzig richtige Lösung...
und so wird lt. Marquardt UND Herrn Klaus Schrage diese Takel verbaut, bzw. dann steifgesetzt:

..ich hoffe, ihr könnt den Augbolzen am Schegknie erkennen...
Das war aber noch nicht alles...ich habe soeben die Fock- und Großstengewanten befestigt und möchte euch dies nat. nicht vorenthalten. Ein kurzer Hinweis am Rande für alle die gerade beim Bauen der SR sind, oder sich den Bausatz mal zulegen: ich empfehle euch dringenst sämtliche Stengen mit Stahldraht zu "füllen" um ein etwaiges "Verbiegen" weitgehenst zu verhindern!!! Ich habe (mit Außnahme der Fockstenge- siehe vorangegangenen Eintrag) mit nem 2mm Stahldraht, welchen ich durch zurechtschleifen nen perfekten Umfang für die verschiedenen Stärken der Stenge verpasst habe, den Stengen eine dermaßen hohe Stabilität gegeben, dass auch bei starken Zug (durch die Pardunen) keinerlei Richtungsveränderung zu beobachten war!!
So,genug geschrieben- hier die Bilder:
...so, das war es mal wieder... schönen Abend @ al!!
glg, Sascha