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1

Dienstag, 23. Dezember 2025, 20:02

Ferrari F1 312 T4 im Massstab 1:8

Hallo Modellbaufreunde,

nach einer gesundheits- und motivationsbedingten Pause widme ich mich wieder dem Modellbau.
Den Ferrari F40 werde ich erst zu einem späteren Moment fortsetzen. Das Modell ist mir mit der vielen notwendigen Änderungen momentan noch zu komplex.

Zum Einstieg habe ich mir ein „einfacheres“ Projekt ausgesucht.

Der Ferrari F1 312 T4 im Maßstab 1:8. Das Modell wurde im Laufe der Zeit als Abo-Bausatz von mehreren Firmen angeboten (Centauria, Agora,..), stammt aber eigentlich von der Firma Grani & Partners. Da ich wieder viele Änderungen und Modifikationen mache ist der Bericht unter Bauberichte und nicht unter Abo-Bausatz veröffentlicht.

Ich habe ein halb fertig zusammengebautes Modell bei EBay ersteigert. Das Modell sollte komplett sein und ausreichend Teile für einen zusätzlichen Motor haben der dann als Stand Alone Modell dargestellt wird.



Der Ferrari 312 T4 wurde in der Formel-1-Saison 1979 eingesetzt.
Gefahren wurde er hauptsächlich von Jody Scheckter und Gilles Villeneuve.

Mit diesem Fahrzeug gewann Ferrari die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, und Jody Scheckter wurde Formel-1-Weltmeister 1979. Beim Modell wurde aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen aber nicht der Wagen von Jody Scheckter sondern der Wagen von Gilles Villeneuve abgebildet. Da die Decals mit Fahrernahme und Nummer fix aufgebracht sind und ich bisher keine Decals für Jody Scheckter finden konnte wird es aller Voraussicht beim Wagen von Gilles Villeneuve bleiben.

Das Modell ist grundsätzlich gut gemacht. Es besteht zum Teil aus Metall Druckgussteilen und Spritzgussteilen aus Kunststoff. Das Modell ist so konzipiert, dass es verschraubt bzw. gesteckt wird. Sprich eine Demontage sollte grundsätzlich beschädigungsfrei möglich, außer der Vorbesitzer hat Teile zusätzlich geklebt.

Schritt eins war somit die Demontage. Mit Ausnahme der Luftansaugung am Motor war nichts geklebt und die Demontage war problemlos.

Danach wurde das Modell ausgiebig analysiert. Wer mich kennt weiß dass ich versuche so nah wie möglich am Original zu bleiben.

Als Referenz dienen zahlreiche Fotos aus dem Internet die zum einen von Auktionen bei denen zwei der insgesamt 5 gebauten Wagen verkauft wurden.
Hier der Link zu einer der Auktionen bei der der Wagen von Scheckter 2024 um 7,6 Millionen Euro verkauft wurde.

https://rmsothebys.com/auctions/mc24/lot…allery2_1107891

Weiters habe ich bei Flickr tolle Fotos gefunden die bei einer Classic Rennsportveranstaltung aufgenommen wurden und den Wagen sehr detailliert zeigen.

Dritte Quelle sind Fotos aus einem Museum wo der Basismotor Tipo 015 aus dem Jahr 1974 ausgestellt ist. Der Motor aus dem Jahr 1979 ist großteils ident, da er im Laufe der Jahre äußerlich im Zuge der Leistungssteigerungen nur geringfügig verändert wurde.

Wie auf dem Foto ersichtlich, wurde in der Phase der Startvorbereitung der obere Teil der Verkleidung abgenommen und das Monocoque und der Motor waren voll sichtbar. Ich werde das Modell auch so im Display darstellen.



Das Monocoque des Ferrari 312 T4 bestand aus Aluminiumblech und Aluminium-Wabenstrukturen, verstärkt an hochbelasteten Stellen mit Stahl- und Aluminiumeinlegern.
Es wurde verklebt, vernietet und verschweißt, eine Kohlefaser-Konstruktion kam damals noch nicht zum Einsatz.

Der erste Bauabschnitt den ich mache ist auch das Monocoque mit der vorderen Radaufhängung, dem Fußraum mit der Pedalerie.

Hier der vordere Bereich des Modells im Ausgangszustand.



Die Analyse hat gezeigt, dass die Pedale im Modell zu hoch positioniert sind und nicht mit den an der Vorderwand montierten Bremszylindern bzw. Kupplungszylinder verbunden werden können. Weiters fehlen im Fußraum viele Details (vernietete Bleche, Öffnungen, Schweissnähte, Hydraulikleitungen, Gaszug, Kolbenstangen zu den Zylindern,…).
Ausserdem werden zur Montage der Radaufhängung Kreuzschlitzschrauben verwendet. Im Original sind hier aber viel kleinere Zylinderschrauben mit Innensechskant zum Einsatz gekommen.



Die innere Schale des Monocoque und die Pedalerie sind aus Kunststoff.



Um die Pedale tiefer setzen zu können habe ich diesen Bereich heraus gesägt.



Um die Pedale exakt positionieren zu können und auch die Beweglichkeit aufrecht zu halten habe ich dann die obere Schicht (2 mm) abgetrennt und auf einer 1mm starken Trägerplatte aufgeklebt.



Bei der oberen Abdeckung wurden die Abstandhalter eingekürzt.



Dann wurde diese dem Original entsprechend vorne verlängert.



Mit diesen Änderungen sitzen die Pedale nun wesentlich tiefen und können später auch mit den Kolbenstangen der Hydraulikzylinder verbunden werden.



Nächster Schritt waren die Öffnungen im Monocoque die im Bereich der Aufhängung sind.





Ein wichtiges Detail beim Monocoque sin die Schweißnähte.
Nach langer Recherche habe ich bei Super-Hobby perfekte Schweissnähte in Form von Ätzteilen gefunden.

https://www.super-hobby.de/catalog/Zubeh…rected_mode=cat

Ich habe die Breiten 1 mm und 0,8 mm verwendet.





Die Scheissnähte sind sehr flexibel in können perfekt an die Kontur angepasst werden. Ich habe sie mit Superkleber aufgebracht und die Kanten leicht verschliffen.











Das wars für heute.

Ich wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest.

Bis bald

Euer Ferrarifan

2

Mittwoch, 24. Dezember 2025, 14:19

hallo Thomas,
sehr schön, daß Du uns diesen Bausatz hier zeigst. Ich bin mir sicher, daß dieser Ferrari wieder ein Meisterstück werden wird.
Da ich diesen Bausatz auch (noch ungebaut) habe, werde ich Deine Baufortschritte mit Interesse verfolgen.
Ich wünsche Dir schon jetzt viel Spaß und natürlich Erfolg.
Gruß Fritz

3

Donnerstag, 25. Dezember 2025, 11:42

Moin Thomas ,

wird bestimmt interessant was Du daraus machst :smilie:
Ich schau mal zu ...gebaut hab ich in auch mal 2020...
An ein paar kleine Änderungen hab ich damals auch ran getraut . Aber nicht so wie Du es dir vorgenommen hat
Baubericht: Ferrari 312 T4 Deagostini 1:8

Die Schweißnähte als PE Teil sehen gut aus ... was es nicht alles zu kaufen gibt :ok:

Gruß
René
Umgestiegen von Abo Bausätzen (die Ära endet) wieder zu den 1:43igern.Ja, ich bau das noch zu Ende an Abo-Bausätzen was hier bei mir noch rumliegt.

1:43 meist Ferrari Bausätze Strasse Motorsport usw..Vor fast 40 Jahren damit angefangen, mit 20 jähriger Pause .

Vereinzelt auch andere Hersteller als Bausatz.

Nun fange ich auch 1:43 LKW´s zu bauen .Auch als Resin Bausätze die aber alle was mit Ferrari zu tun haben.
Renntransporter usw.Bauberichte werden folgen in der nächsten Zeit.

4

Donnerstag, 25. Dezember 2025, 12:37

Servus Thomas,
schön, dass Du wieder im Rennen bist :wink: Deine Detailverliebtheit ist mir immer ein Ansporn, mich bei meinen Projekten anzustrengen! Und Schweissnähte aus PE-Teilen hätte ich auch nicht für möglich gehalten - genial :ok: Freue mich auf neue Bilder!
LG Reinhard

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5

Freitag, 26. Dezember 2025, 16:38

Hallo Reinhard, René und Fritz!
Schön dass ihr dabei seit. Ich werde mir Mühe geben euch nicht zu enttäuschen.

René: deinen Baubericht habe ich vorher schon studiert und viele Ideen mitgenommen :ok:


Heute gehts mit einem Teil der Einbindung der Vorderradaufhängung in das Monocoque weiter.
Wie schon vorab geschrieben werden hier überdimensionale Kreuzschlitzschrauben verwendet. Die passen überhaupt nicht und sehen nach Spielzeug aus. Und beim Original werden hier Zylinderkopfschrauben verwendet. Ausserdem sind beim Original beim oberen Teil der Verschraubung nicht 2 sondern 3 Schraubpunkte.





Somit ist die Aufgabenstellung klar - Kreuzschlitzschrauben durch Zylinderkopfschrauben mit Innensechskant ersetzen und einen dritten Schraubpunkt hinzufügen.
Aber leichter gesagt als getan.
Die im Bausatz verwendeten Kreuzschlitzschrauben haben ein M1,8 mm Gewinde was kein Standardgewinde ist. Trotz langer Suche konnte ich keine Zylinderkopfschrauben mit M1,8 mm finden. Somit musste ich auf M2 mm umsteigen.

Die M2 Zylinderkopfschrauben habe ich bei Knupfer bestellt. Da der Kopfdurchmesser im Verhältnis zum Innensechskant aber viel zu groß ist habe ich die Schrauben in den Dremel eingespannt und den Kopfdurchmesser mittels Feile von 4mm auf 2,8mm Durchmesser reduziert. Die Kopfhöhe werde ich später noch etwas reduzieren. Vorerst möchte ich aber noch die volle Höhe damit ich ausreichend Stecktiefe für den Inbusschlüssel habe.



Damit die M2 Schrauben montiert werden können habe ich die bestehenden Gewinde mit 1,6 mm Bohrer aufgebohrt und dann mittels Gewindeschneider ein M2 Gewinde geschnitten.

Beim vorderen Aufhängungspunkt ist ein Teil das Arms beim Monocoque mitgegossen. Sogar mit einem Imitat der Kreuzschlitzschraube. :D



Diesen Teil wurde weggesägt und dann am Arm festgeklebt.



Der dritte Schraubpunkt wurde mit ABS nachgebildet (äußerer Ring Rohr 4x3, innerer Ring für Schraubenauflage Rohr 3x2). Damit die Zylinderkopfschrauben wenig überstehen wurden die bestehenden Bohrungen in den Armen mittels 3 mm Fräser tiefer gesetzt bzw. Schraubenimitat weg gefräst.









Beim hinteren Aufhängungsarm musste nur der dritte Schraubpunkt hinzugefügt werden.



Hier die beiden Arme nach der Anpassung. Im Bereich der dritten Schraubpunkte und beim angeklebten Schraubpunkt werden später nur die Köpfe der Schrauben angeklebt.









Im Inneren des Monocoque fehlen Nietbleche.

Diese wurden aus 1mm ABS nachgemacht. Für die Nieten wurden 0,8mm Löcher gebohrt.



Als Nieten verwende ich 3D Druckteile von Plusmodel.





Die Nieten wurden mit Kunststoffkleber verklebt. Nachdem die Kleidung ausgehärtet war wurden die Überstände abgeschnitten und sauber verschliffen.



Zum Abschluss der aktuelle Stand des vorderen Bereichs des Monocoque.





Beim nächsten Mal ist die Pedalerie mit den Zylindern an der Reihe.

Bis bald

Euer Ferrarifan

6

Sonntag, 28. Dezember 2025, 12:12

Moin.

Schön das du wieder da bist. Hast wieder einen treuen Zuschauer mehr. Legst auch gleich wieder richtig los.

LG Frank
Im Bau: Lancia Delta HF integrale von Hachette, Lancia 037 von IXO. Coming soon: Nascar Chevrolet Monte Carlo Jeff Gordon von DeAgostini UK



Meine Wunschmodell Top 10: 1. Lancia Delta Evo, 2. DeTomaso Panthera/Mangusta, 3. Audi Quatro S1/Sport, 4. Lancia Delta S4, 5. Subaru Impreza 22B, 6. Ferrari F40, 7. Colt Sievers Truck, 8. Alfa Romeo 155 V6 TI DTM, 9. Nascar Nr.24 Jeff Gorden/W.Byron, 10. BMW M3 E30.

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7

Montag, 29. Dezember 2025, 19:13

Hallo Frank,
herzlich willkommen. Freut mich, dass du wieder dabei bist. :ok:

Weiter geht es mit dem Ferrari.
Zunächst habe ich die Schweißnähte im Bereich der vorderen oberen Radaufhängung überarbeitet. Im vorderen Bereich wurde für die Radaufhängung mit 1 mm ABS aufgedickt. Dann wurden noch die Schweissnähte im hinteren Bereich gemacht.
Dabei kamen erneut die Fotoätzteile zum Einsatz, die mit handelsüblichem Sekundenkleber befestigt und anschließend verschliffen wurden.






Als nächster Schritt stand die Schnellverschluss-Steckverbindung des Frontflügels an. Im Bausatz ist hier eine Schraubverbindung die nicht dem Original entspricht. Da ich dem Original so nahe wie möglich kommen möchte, waren einige Anpassungen notwendig.






Flügelseitig wurden zunächst die Schraubbutzen entfernt.

Für die unteren Aufnahmen habe ich 2,3-mm-Hülsen aus dem Fischerei-Zubehör verwendet. Dafür wurden entsprechende Bohrungen gesetzt und die Hülsen eingeklebt. Monocoque-seitig kamen 2,8-mm-Hülsen zum Einsatz. Für die oberen Aufnahmen habe ich Aderendhülsen aus dem Elektro-Zubehör verwendet. Diese wurden flügelseitig mit speziellem HG-Sekundenkleber in Kombination mit Granulat fixiert.













Anschließend wurden die 1-mm-Bohrungen für die Bolzen gesetzt.







Hier der montiere Frontflügel. Die finalen Bolzen werde ich zu einem späteren Zeitpunkt fertigen.







Das war’s für heute.

Bis bald

Euer Ferrarifan

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8

Samstag, 3. Januar 2026, 20:11

Heute geht es mit dem vorderen Seqment des Monocoque weiter.
Hier ist der vordere Träger montiert der zur Aufnahme der Pedalerie, der 2 Bremszylinder, des Kupplungszylinders, des Stabis und als Aufhängungspunkt für die Vorderradaufhängung und des Frontflügels dient.

Schritt 1 sind die Zylinder. Um die Bremskraft zwischen Vorder- und Hinterachse unterschiedlich verteilen zu können werden im Rennsport auch heute oft noch 2 Bremszylinder verwendet. Ebenso wird die Kupplung hydraulisch betätigt. Beim Ferrari 312 T4 wurden hier 3 baugleiche Zylinder der Firma AP Racing verwendet.

Im Bausatz sind die Zylinder vereinfacht dargestellt und der mittlere Zylinder hat zusätzlich Befestigungslaschen, dafür fehlen dort die Anschlussbutzen für die Bremsflüssigkeit. Das entspricht nicht dem Original. Bei der Recherche bin ich dann durch Zufall auf eine Bauanleitung für den 312 T4 von Tamiya im Maßstab 1:12 gestoßen bei dem der selbe Fehler gemacht wurde. Keine Ahnung wer da von wem abgeschaut hat. :D



Ich habe dann die 3 Zylinder angeglichen und die Anschlussbutzen dem Original entsprechend neu gemacht.
Hier habe ich auch die Kugelgelenke gemacht die dann als Verbindung zur Bremswaage dienen.



Danach wurden die Zylinder lackiert und die Verschraubungen für die Zu- und Ableitung und die Befestigungsschrauben hinzugefügt.



Nächster Bauabschnitt sind die Pedale. Im Bausatz sind diese einfache Spritzgussteile.



Um die Anlenkung der Zylinder und vom Gaszug originalgetreu abbilden zu können war hier viel Anpassung notwendig.

Hierfür wurde bei allen Pedalen die Pedale vom Hebel getrennt.
Die Hebel wurden dann vorne verstärkt und die Zylinder zur Pedalverschraubung hinzugefügt. Die unteren Drehbolzen wurden entfernt und ein Loch gebohrt da alle 3 Pedale mittels eines Achsstiftes in der Befestigungsplatte geführt werden.
Beim Gaspedal ist ein Befestigungsbutzen bei dem der Seilzug montiert wird.



Hier das fertige Gaspedal.



Wie schon oben beschrieben werden 2 Bremszylinder verwendet. Um diese anzusteuern wird die ins Bremspedal eingeleitete Kraft über eine Bremswaage auf die Zylinder eingeleitet. Beim 312 T4 war das noch eine einfache Bremswaage die rein mechanisch funktioniert hatte und 3 Haupteinstellungen hatte (neutral, mehr Bremskraft vorne bzw. hinten). Die Einstellung konnte aber nicht vom Fahrer selber gemacht werden, sondern lediglich von den Technikern.



Hier das fertige Bremspedal. Die Gewindestange wurden aus 1,5 mm Draht gemacht. Wie beim Original wurden auch die Rückstellfeder nachgebildet.



Zuletzt das Kupplungspedal. Hier wird der Zylinder direkt mittels Gestänge angesteuert.



Hier das fertige Kupplungspedal. Alle Teile wurden einen leichten Wash unterzogen.



Hier die Übersicht aller Teile für die Pedalerie vor dem Zusammenbau. Wie oben bereits erwähnt erfolgt die Montage der Pedale und der Rückstellfedern mittels eines Achsstiftes.



Hier die Aufnahmen der fertigen Pedalerie.







Im Bereich der Bremswaage sieht man schön die 3 Befestigungsbohrungen über die, die Bremskraftverteilung nach dem Hebelprinzip eingestellt wird.



Nächster Bauschritt war der vordere Träger. Der Bauteil ist ein Druckgussteil aus Metall was die Bearbeitung im Vergleich zu Kunststoff etwas erschwert.
Die mitgegossenen Schraubenköpfe wurden weggefeilt und Bohrungen für die Schrauben gemacht.



Der Teil wurde dann grundiert und mit Tamiya Titanium Gold lackiert. Dann wurden die Schrauben montiert. Die Schraubensicherung habe ich aus 0,15 mm Draht gemacht der wie beim Original verdrillt wurde.





Hier der fertige Frontträger mit der integrierten Pedalerie. Hier ist schön zu sehen wie die Gestänge mit den Bohrungen für die Zylinder fluchten. Wie am Beginn des Berichtes aufgeführt waren die Pedale im ursprünglichen Bausatz zu hoch positioniert. Ohne die durchgeführten Änderungen würde das Gestänge mit dem Stabi kollidieren und die Zylinder nicht erreichen.



Zum Abschluss noch ein Bild mit den Zylindern.



Das war’s wieder für heute.

Bis bald

Euer Ferrarifan

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9

Sonntag, 4. Januar 2026, 12:27

Hallo Thomas,


erst einmal, ein gutes neues Jahr!!
schön, dass du wieder hier schreibst und auch Bilder zeigst. :prost:

Zitat

nach einer gesundheits- und motivationsbedingten Pause widme ich mich wieder dem Modellbau.


Ich hatte mir wirklich schon Sorgen gemacht. :(
Hoffe, dir geht es wieder richtig gut.
Nichts ist wichtiger als eine gute Gesundheit. :ok:

Und du legst gleich mal wieder richtig los... ;)
Der Bausatz gibt es aber auch her, wie man sieht.

Schade, dass du den F40 hinten anstellst....
Aber der Lückenfüller ist ja auch nicht schlecht.

So wünsche ich Dir viel Erfolg.

Ich setzt mich mal dazu, und schaue gespannt und wieder einmal ungläubig die Bilder an..

Gruß Skorpi1211

10

Dienstag, 6. Januar 2026, 11:17

Servus Thomas,
erst einmal ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr :wink:
Zum Einstieg habe ich mir ein „einfacheres“ Projekt ausgesucht.
War ja klar, dass das nicht so bleibt. Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht :lol:
Exzellente Arbeit, super recherchiert, wie immer halt ^^
LG Reinhard

11

Dienstag, 6. Januar 2026, 16:36

Hallo Thomas
Grandioser Modellbau den du uns hier zeigst ich bin begeistert von deinen sauber ausgeführten Details .
Abgerundet von deiner Bilderstrecke ist es eine Freude deine Arbeit zu verfolgen .
Mit besten Grüßen Jörg
Mitleid bekommt man,Neid muß man sich erarbeiten


Im Bau : Tamiya BMW 635 CSI Gr.A Schnitzer Replika


Aoshima Kawasaki GPz 900R

12

Mittwoch, 7. Januar 2026, 14:10

Grandioser Modellbau den du uns hier zeigst ich bin begeistert von deinen sauber ausgeführten Details .
Abgerundet von deiner Bilderstrecke ist es eine Freude deine Arbeit zu verfolgen .

Ich schließe mich da Jörg voll und ganz an. In diesem großen Maßstab muss man schon stark detaillieren, aber was und wie Du es machst, ist der "Hammer". :respekt:
Eine Frage zu den Karosserieteilen: diese waren ja vorab lackiert. Willst Du diese entlacken und neu lackieren? Ich fürchte, diese Qualität vom Bausatz könnte sonst gegen Deine sonstigen Veredlungen "abfallen", wenn Du weißt, was ich meine? ;)
Gruß
Thomas

Eine Übersicht meiner fertigen Bauten gibt es hier:
Modelle von Tommy124

KEEP CALM & MODEL ON!

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13

Donnerstag, 8. Januar 2026, 16:52

Hallo Olaf, Reinhard, Jörg und Thomas!
Freut mich, dass ihr dabei seid.
Passend zur Frage von Thomas geht’s heute ganz viel um Farbe.

Die beiden Überrollbügel sind im Original aus Stahl und Großteils mittels Stahlbefestigungslaschen am Aluminium Monocoque befestigt.

Bei Centauria sind die Überrollbügel verchromt was nicht dem Original entspricht.



Um sie richtig zu lackieren habe ich sie mit Tamiya Grundierung versehen. Weiters habe ich fehlende Schweissnähte ergänzt.



Dann wurden die Teile mit Vallejo Metal Color Stahl lackiert.





Als ņächstes war die innere Schale des Monocoques an der Reihe. Die Teile sind aus Aluminium, wobei sich bei der Recherche gezeigt hat, dass das Aluminium sehr glatt ist und teilweise leicht spiegelt.

Ursprünglich wollte ich alle Aluminiumteile mit Bare Metal Aluminium Foil beziehen. Das wäre dem Original am nächsten. Bei den Versuchen hat sich aber gezeigt, dass die Nieten und die Schweissnähte es nahezu unmöglich machen die Folie faltenfrei aufzubringen. Weiters ist die Folie sehr empfindlich und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie sich im Laufe der Zeit stellenweise löst.
Somit bin ich dann zum Lackieren umgeschwänkt. Ich habe hier zahlreiche Versuche mit unterschiedlichen Farben gemacht und mich am Ende für eine aufwendige Lösung entschieden.
Grundieren mit Tamiya, Feinschliff, dann Vallejo Metal Aluminum Color.
Da das Aluminum aber nicht glänzt ist das noch nicht zufriedenstellend. Versuche mit Varnish haben zu sehr nach Autolack mit Klarlack ausgesehen.
Das Beste Ergebnis habe ich erzielt indem ich auf das Aluminium eine dünne Schicht Vallejo Metal
Color Chrome auftrage und dann zum Abschluss noch eine Schicht Tamiya Modelling Wax aufgetragen habe.
Es glänzt zwar etwas weniger als das Original, ich bin mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden.
Da mein Modell den Wagen im heutigen Zustand zeigen soll war dann noch ein leichtes Wash angesagt, wobei ich hier im Speziellen die Nieten und die Schweissnnähte verschmutzt habe.











Beim vorderen Stahlbügel ist ein Windblech aus Aluminium angebracht.



Auch wenn es nur ein kleines Detail ist, aber die Schweißnaht darf nicht fehlen.



Dann wurde auch dieser Teil Lackiert.



Ebenso wurde die Sitzschale lackiert, wobei ich hier später noch eine Anpassung machen muss. Jeder Fahrer hatte seine individuelle Schale. Bei der Recherche zeigte sich aber, dass die Sitzschale im Bausatz offensichtlich zu lang ist. Das kommt vermutlich von der Lenkung die im Modell ebenso nicht ganz dem Original entspricht.



Zum Abschluss die Innere Teile des Monocoque mit Überrollbügeln und der Sitzschale.













Das war’s wieder für heute.
Beim nächsten Mal geht mit der Lenkung und dem äußeren Teil des Monocoque weiter.

Bis bald

Euer Ferrarifan

14

Freitag, 9. Januar 2026, 06:19

Hallo Thomas ,

was Du hier wieder zauberst grandios wie Du das alles umsetzt :ok: für ein einfaches Projekt :lol:

Gruß
René
Umgestiegen von Abo Bausätzen (die Ära endet) wieder zu den 1:43igern.Ja, ich bau das noch zu Ende an Abo-Bausätzen was hier bei mir noch rumliegt.

1:43 meist Ferrari Bausätze Strasse Motorsport usw..Vor fast 40 Jahren damit angefangen, mit 20 jähriger Pause .

Vereinzelt auch andere Hersteller als Bausatz.

Nun fange ich auch 1:43 LKW´s zu bauen .Auch als Resin Bausätze die aber alle was mit Ferrari zu tun haben.
Renntransporter usw.Bauberichte werden folgen in der nächsten Zeit.

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15

Samstag, 10. Januar 2026, 17:21

Hallo Thomas ,

was Du hier wieder zauberst grandios wie Du das alles umsetzt :ok: für ein einfaches Projekt :lol:

Gruß
René


Hallo René!
Danke für das Lob. Bei mir ergibt sich das so im Laufe des Projektes. Im Zuge der Recherche sehe ich Details die fehlen oder falsch sind. Dann wird mein Ehrgeiz gepackt und ich suche nach Lösungen wie man das am Besten umsetzen kann.

Lg, Thomas

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16

Samstag, 10. Januar 2026, 18:33

Wie schon angekündigt geht es heute mit der Lenkung weiter.

Im Bausatz weicht die Lenkung in vielen Bereichen vom Original ab. Die ist der Tatsache geschuldet dass man eine funktionierende Lenkung wollte und deshalb die Teile größer machen musste bzw. vom Original abgewichen ist.

Zum einen hat die Lenksäule zwei Kardangelenke, das Original nur eines. Das Lenkgetriebe ist von der Form komplett falsch, zu groß und mittels drei Kreuzschlitzschrauben montiert.



Gleiches gilt für die Zahnstange.



Hier ein Bild der montierten Lenkung. Da dieser Bereich im Display total einsichtig sein wird war klar, dass dieser Bereich angepasst werden muss.



Schritt eins war die Lenksäule. Ich verwende nur den oberen Bereich mit dem Kardangelenk. Mittels Dremel habe ich ca 4 mm unterhalb des Gelenkes die Säule durchtrennt.
Damit ich die Säule stückeln kann, habe ich den Durchmesser des verbleibenden Stumpfes reduziert und eine 3 mm Messinghülse aufgeklebt. Die Hülse stammt aus dem Fischerei Zubehörbedarf und ist sehr dünnwandig. Der Rest der Lenksäule stammt aus meinen Teile Sammelsurium.



Da das Kardangelenk extrem globig war und mit Kreuzschlitzschrauben montiert war habe mit der Feile ordentlich Material abgetragen um es filigraner zu machen.



Nächster Schritt war die Zahnstange. Aufgrund der geringen Größe musste ich einen Kompromiss eingehen und beim Umbau der Lenkung auf das Ritzel und die Verzahnung verzichten. Die Räder und das Lenkrad können einlenken, sind somit mechanisch aber nicht miteinander verbunden.
Deshalb habe ich von der Zahnstange nur die äußeren Gelenkgabeln verwendet. Diese wurden mittels Dremel abgetrennt.



Anstatt der Zahnstange verwende ich ein 3 mm Messingrohr. Die Verbindung zwischen Rohr und Gabeln erfolgt mit einem M2 Gewindestift. Die Gelenkgabeln wurden somit aufgebohrt und ein M2 Gewinde geschnitten. Somit kann ich wie beim Original die Spur sauber einstellen.



Beim Ferrari 312 T4 wird das Lenkgetriebe lediglich über 2 seitlich montierte Führungsteile gehalten. Im Bausatz sind diese zweigeteilt um die Zahnstange einfädeln zu können.
Da bei mir die Gelenkgabeln demontierbar sind kann ich die Teile verkleben.



Als Basis für das Lenkgetriebe verwende ich ein 4 mm Messingrohr in dem dann das 3mm Rohr mit den Gelenkgabeln sauber geführt ist.





Die restliche Struktur des Lenkgetriebe habe ich dann aus ABS hinzugefügt. Die Führung der Lenksäule ist eine Aderendhülse.





Dann wurden noch die seitlichen Führungsplatten angepasst um dem Original weitestgehend zu entsprechen.



Hier die Teile der Lenkung.



Danach wurden das Lenkgetriebe und die Führungsteile grundiert und mit Tamiya Titanium Gold lackiert.



Anschließend wurde die überflüssige Befestigung der Lenkung und des Sitzes im Monocoque weggesägt.



Zum Abschluss der derzeitige Stand der Lenkung. Später werden noch fehlender Details wie Schrauben hinzugefügt und ein Wash durchgeführt.









Das war’s wieder für heute.

Ich warte noch auf eine Lieferung von gedruckten Nieten. Sobald die da sind, kann ich am äußeren Teil des Monocoque weitermachen.
Bis bald

Euer Ferrarifan

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17

Sonntag, 11. Januar 2026, 21:22

Weiter geht’s mit dem Ferrari 312 T4.
Das Originalfahrzeug stammt aus dem Jahr 1979 – einer Zeit, in der Carbon- bzw. Kohlefaser im Formel-1-Bau noch keine Rolle spielte.

Wie bereits in den vorherigen Posts gezeigt, besteht das Monocoque großteils aus Aluminium.
Das darauf aufgesetzte Chassis sowie der Unterboden bzw. Teile der Frontnase wurden hingegen aus GFK (glasfaserverstärktem Kunststoff) gefertigt.

Nur die Außenseite dieser Bauteile wurde verspachtelt und ist somit glatt ausgeführt. Auf der Innenseite erkennt man deutlich das Glasfasergewebe – genau dieses Detail wollte ich im Modell möglichst realistisch nachbilden.

Nach einigen Experimenten bin ich schließlich fündig geworden.
Ich verwende ein spezielles Papier, das Floristen zum Verpacken von Blumen nutzen. Es besitzt eine offene, unregelmäßige Struktur, die einer echten Glasfasermatte erstaunlich nahekommt. Durch den Maßstab 1:8 passen auch die „Fasern“ optisch sehr gut ins Verhältnis.





Hier der Link zum Papier.
https://italpak.it/product/bobine-polytissue/

Als erstes Bauteil habe ich den vorderen Lufteinlass für die Bremsen gewählt.
Hier zum Vergleich ein Foto des originalen Lufteinlasses für die vorderen Bremsen.



Im Bausatz besteht der Lufteinlass aus zwei Hälften die lediglich zusammengesteckt werden.



Da der vordere Zapfen der Steckverbindung sichtbar ist und auch nicht der Realität entspricht, habe ich den Zapfen entfernt.

Hier sieht man auch das Papier mit seiner Struktur.



Aufgebracht wird das Ganze mit einem einfachen Bastelkleber auf Wasserbasis der beidseitig aufgebracht wird.





Nach dem Trocknen habe ich das Teil seidenmatt schwarz lackiert, um die Optik des Originals zu treffen.



Hier der fertige Lufteinlass.





Es wird zwar viel Arbeit beim Chassis diese Arbeiten auszuführen, aber Realismus steckt oft im Detail – und genau dort macht Modellbau für mich den Unterschied.

Das war’s wieder für heute.

Bis bald

Euer Ferrarifan

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18

Montag, 12. Januar 2026, 08:51

Zitat

aber Realismus steckt oft im Detail – und genau dort macht Modellbau für mich den Unterschied.


Ja ja, mach uns nur fertig... :cracy:

Ich glaube, ich muss mal nach Österreich zu Dir kommen, und das mal genauer prüfen.... :ahoi:

Gruß Skorpi1211

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19

Freitag, 16. Januar 2026, 17:51

Lufthutzen sind perkekt

Hallo Olaf,

die Lufthutzen sind schlichtweg perfekt. Blumenpapier ist fürs nächste 1:8 oder GFK-Struktur allgemein auf der Merkliste. Vielen Dank für den Tip.
Martin
Gutes Werkzeug macht noch kein perfektes Modell, aber es hilft ungemein, daran zu glauben.

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20

Dienstag, 20. Januar 2026, 20:03

Zitat

aber Realismus steckt oft im Detail – und genau dort macht Modellbau für mich den Unterschied.


Ja ja, mach uns nur fertig... :cracy:

Ich glaube, ich muss mal nach Österreich zu Dir kommen, und das mal genauer prüfen.... :ahoi:

Gruß Skorpi1211


Du bist herzlich eingeladen. Da kannst du dann die Qualitätssicherung machen. :!!


Hallo Olaf,

die Lufthutzen sind schlichtweg perfekt. Blumenpapier ist fürs nächste 1:8 oder GFK-Struktur allgemein auf der Merkliste. Vielen Dank für den Tip.
Martin


Der Dank gilt meiner Frau. Die hatte die Idee mit dem Blumenpapier. :bussi:

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21

Dienstag, 20. Januar 2026, 20:44

Da sich die Lieferung der gedruckten Nieten verzögert mache ich mit dem Inneren des Monocoque’s weiter.

Die Recherche hat gezeigt, dass Ferrari zusätzlich zu dem sichtbaren Feuerlöscher der hinter dem Fahrer beim Überrollbügel montiert ist, noch zwei weitere Feuerlöscher verbaut hatte. Diese waren vor dem Fahrer unterhalb der Füße montiert.

Als Referenz hierfür dient mir Chassis Nr. 40 – jener Wagen, mit dem Jody Scheckter 1979 die Formel-1-Weltmeisterschaft gewann. Scheckter kaufte das Auto anschließend direkt von Ferrari. Im Gegensatz zu den anderen vier gebauten 312 T4 Chassis befindet sich dieses Fahrzeug bis heute im weitgehend originalen Zustand, da es nie für historische Rennen umgebaut wurde.



Als Basis für die beiden Feuerlöscher habe ich Feuerlöscher von Carson verwendet.
Hier der Link:
https://www.conrad.at/de/p/carson-modell…-st-233589.html

Diese wurden dann von mir angepasst. Die Bodenplatte inklusive Halterung habe ich aus ABS gemacht. Anschlüsse und Schläuche stammen von Top Studio.





Lackiert wurde alles mit Vallejo Metal Colors und anschließend mittels Wash auf einen realistisch gebrauchten Zustand gebracht.





Das Decal zeigt den Aufkleber der in Scheckter’s Wagen verwendet wurde.



Der Spanngurt ist aus Moosgummi.



Hier noch zwei Bilder von der fertigen Feuerlöschern im Auto.





Nächster Schritt ist der Fahrersitz.

Der Sitz aus dem Bausatz reicht über die Feuerlöscher und die Lenkung hinaus.



Bei meiner Recherche konnte ich jedoch keine historischen Fotos vom T4 mit einer solchen Sitzschale finden.
Ich habe dann entschieden mich auch hier am Wagen von Jody Scheckter zu orientieren. Dieser besaß wie oben ersichtlich eine kurze Sitzschale, die etwa auf Höhe der Feuerlöscher endete. Entsprechend habe ich den Sitz eingekürzt.



Auf Fotos von Gilles Villeneuves Wagen ist zu erkennen, dass der Sitz einen Bezug hatte, der stark an Alcantara erinnert. Deshalb habe ich den Sitz mit 0,4 mm Ziegenleder bezogen, wobei ich bewusst die Innenseite des Leders als Sichtseite verwendet habe, um der Alcantara-Optik möglichst nahe zu kommen. Als Kleber kam UHU Sprühkleber zum Einsatz.





Zum Abschluss wurde der Sitz gealtert und mit typischen Scheuerstellen versehen, um den realistischen Renneinsatz-Look zu erreichen.





Zum Abschluss Bilder des Monocoque mit Sitz und Feuerlöschern.







Als Nächstes folgt die Schaltung mit Schaltgestänge und die Sicherheitsgurte.

Das war’s wieder für heute.

Bis bald

Euer Ferrarifan

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22

Mittwoch, 21. Januar 2026, 13:12

Hi Olaf,

durch Zufall bin ich gerade über deinen Baubericht gestolpert - eine Augenweide, was du da erschaffst!

Mir ist da aber zufälligerweise was aufgefallen. Ich kenn mich mit speziell mit dem Original und den ganzen Details nicht aus, aber du hast am Anfang ja die Pedalerie neu zusammengebaut. Und in dem letzten Post ein Originalbild vom Cockpit gezeigt. Dort sind auch die Pedale zu sehen. Was mir da jetzt aufgefallen ist, ist das mittlere (Brems-?)Pedal. Da sind in der nach vorne und hinten gebogenen Seite Löcher im Original, auch sehen die ehr eckig aus. Im Modell sind diese abgerundet/ellipsenförmig und ohne Löcher. Außerdem wirkt das Pedal im Modell irgendwie sehr klobig im Vergleich zum Original im Bezug auf die Blechdicke.

Ich hab mal ein Screeshot gemacht, damit du siehst, was ich meine.




Ich bleib auf jeden Fall weiter mit dran, diese Art von Modellbau liebe ich!

Gruß,
Michael

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23

Mittwoch, 21. Januar 2026, 17:25

Hallo Michael,
vorerst herzlich willkommen im Baubericht. Freue mich über jeden der dabei ist.

Danke für den Hinweis mit den Pedalen. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich habe mir bezüglich Pedalform beim Umbau gar keine Gedanken gemacht.
Jetzt habe ich mein Fotoarchiv durchgesehen und festgestellt, dass bei jeden Wagen die Pedale unterschiedlich hinsichtlich Größe, Form, Bohrungen, Ausführung …. sind.







Offensichtlich hat hier jeder Fahrer eigene Vorlieben, wie er mit dem rechten Fuß gleichzeitig bremst und Gas gibt (Heel-and-Toe). Zusätzlich spielt hier auch die Schuhgröße eine wichtige Rolle.

Ich werde aber auf jeden Fall noch die Bohrungen zur Gewichtsreduktion hinzufügen. Bezüglich der Dicken wird es manchmal schwierig, da man schnell unter 0,5mm ist.

Liebe Grüße
Thomas

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24

Donnerstag, 22. Januar 2026, 07:08

Zitat

Hi Olaf,

durch Zufall bin ich gerade über deinen Baubericht gestolpert - eine Augenweide, was du da erschaffst!


Da ich mich nicht mit fremden Federn schmücken will, Der Bauleiter heiß Thomas :P ;)

Ich Olaf, sitze nur sabbernd dabei... :D


Gruß Olaf :wink:

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25

Donnerstag, 22. Januar 2026, 08:14

Olaf, Thomas, sorry, da bin ich dann wohl irgendwie im Post verrutscht und hab mir den falschen Namen gemerkt. :doof:

Gern geschehen mit dem Hinweis. Deswegen haben wir uns hier ja, wenn jemandem was auffällt, dass man es dann auch sagt. Wäre ja mehr als ärgerlich, wenn es dir vielleicht selbst auffällt, wenn es dann schon zu spät ist. Und ja, bei der Materialstärke muss man irgendwann mal Kompromisse finden, alles geht dann doch nicht.
Aber bei dem, was du hier bisher gezeigt hast, bin ich mir sicher, dass es dir gelingt, da einen super Kompromiss zu finden.

Ich bleib auf jeden Fall mit dabei!

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26

Freitag, 23. Januar 2026, 19:36

Heute standen die Schaltkulisse sowie das vordere Schaltgestänge auf dem Programm. Im Bausatz ist dieser Bereich leider sehr lieblos dargestellt. Bei der Schaltkulisse fehlen wichtige Details bzw. wurden vereinfacht: der Hebel zur Blockierung des Rückwärtsgangs, die Feinheiten der offenen „gated shift“-Kulisse sowie Schrauben und weitere konstruktive Elemente wie die seitliche Öffnung bei der man das Schaltgestänge sieht.







Auch beim nach hinten gehenden Schaltgestänge hat Centauria ein nicht unwesentliches Detail ausgelassen. Um das Gestänge weiter nach außen und nach oben zu führen – notwendig, um es am Motor vorbei bis zum Getriebe zu leiten – befand sich an der Rückwand des Monocoques direkt hinter dem Fahrersitz ein Umlenkhebel, der die Schaltbewegung entsprechend umleitete. Der fehlt im Bausatz zur Gänze.





All diese Details wollte ich so realistisch wie möglich umsetzen.
Das Gehäuse der Schaltkulisse wurde oben abgefeilt und seitlich geöffnet, um den Verlauf des Schaltgestänges korrekt darzustellen. Das Gestänge selbst wurde mit kleinen Hülsen nachgebildet.
Die Schaltkulisse entstand komplett scratch aus dünnem Blech und ABS. Der Hebel zur Blockierung des Rückwärtsgangs ist dabei beweglich ausgeführt.
Der Schalthebel wurde insgesamt filigraner gestaltet.





Zur Nachbildung der Chromoberfläche kam Liquid Chrome von Molotow zum Einsatz.
Für den hölzernen Schaltknauf habe ich Vallejo-Farben verwendet und mit Rosttönen sowie Drybrushing eine dezente Maserung angedeutet.
Die verwendeten Schrauben sind 3D-Druckteile von Leadfoot Models.





Der rückwärtige Umlenkhebel wurde ebenfalls aus ABS und Hülsen gefertigt und funktionsfähig umgesetzt.





Nach dem Lackieren erhielten alle Teile noch ein leichtes Wash, um mehr Tiefe und Realismus zu erzeugen.





Hier die Bilder der im Monocoque eingebauten Teile.











Mit montierten Sitz ist der hintere Umlenkhebel zwar nur teilweise sichtbar, aber nicht desto trotz ein wichtiges Detail, dass bei diesem Modell einfach nicht fehlen darf.





Das wars wieder für heute.
Als Nächstes sind die Sicherheitsgurte an der Reihe. Auch hier hat Centauria einige Fehler gemacht …

Bis bald

Euer Ferrarifan

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27

Sonntag, 25. Januar 2026, 14:06

Als Nächstes standen die Sicherheitsgurte auf dem Programm – und auch hier zeigte sich schnell, dass ein genauer Blick auf das Original unvermeidlich ist.

Der echte 312 T4 war mit Formel-Sicherheitsgurten ausgerüstet, also einem 6-Punkt-Gurtsystem. Die Schrittgurte waren dabei nicht direkt am Zentralschloss befestigt. Stattdessen wurden sie durch einen D-Ring am Beckengurt geführt und anschließend mit ihren Endschlaufen in die linke oder rechte Zunge des Schultergurts eingehängt. Eine eher ungewöhnliche, aber sehr charakteristische Lösung dieser Zeit.



Im Modell hat Centauria jedoch einen 4-Punkt-Gurt umgesetzt – und dieser ist zudem konstruktiv falsch. Das Gurtsystem besteht nicht aus Schulter- und Beckengurten; stattdessen kommen Schrittgurte dort zum Einsatz, wo eigentlich Beckengurte sitzen müssten. Zusätzlich sind die Gurtbänder nicht in der Länge verstellbar.



Damit war klar: Die Sicherheitsgurte mussten komplett neu aufgebaut werden.

Zum Einsatz kamen Satinbänder in 6 mm und 9 mm Breite.



Das Zentralschloss, die Schnallen sowie die hinteren Gurtbefestigungen wurden aus dem Bausatz übernommen, jedoch deutlich weiter detailliert. Die hintere Befestigung erhielt neue Haltebolzen aus Hülsen und Schrauben, ergänzt durch zusätzliche Nieten.





Um ein Ausfransen der Gurte zu verhindern, wurden die Enden vorsichtig mit dem Lötkolben verschmolzen. Die Laschen wurden mit Sekundenkleber fixiert, die Nähte anschließend ebenfalls mit dem Lötkolben nachgebildet (feine Spitze, 270 Grad C).







Die Verstellschnallen entstanden aus Ätzteilen von Tommaso Iuelle (Transkit Model Car), die ich mit ABS, Hülsen und Schrauben weiter adaptiert habe.





Die Gurtbeschriftungen wurden in Photoshop erstellt und auf weiße Decalfolie gedruckt. Um die Nähte zu simulieren, habe ich mit einem Trumpeter-Nietenrad feine Vertiefungen eingebracht. Die Decals wurden anschließend – inklusive Trägerfilm – mit Sekundenkleber aufgeklebt.





Dann wurden die Gurte zusammengebaut.







Zum Abschluss wurden alle Gurte leicht mit Tamiya-Pulverfarben verschmutzt, um einen gebrauchten, rennmäßigen Eindruck zu erzeugen.



Auch diesmal bin ich mit dem Endergebnis mehr als zufrieden – ein weiteres Detail, das dem Modell spürbar mehr Authentizität verleiht.









Das wars wieder für heute.
Als nächstes steht der Hebel zur Stabiverstellung am Programm.

Bis bald

Euer Ferrarifan

28

Sonntag, 25. Januar 2026, 15:28

Servus Thomas,
wieder erstklassige Recherche und Umsetzung, sehr schön geworden :thumbup: Wie sollst Du es Dir auch einfacher machen, wenn der Hersteller Dich nicht lässt ;)
LG Reinhard

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Realname: Thomas

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29

Sonntag, 25. Januar 2026, 16:00

Servus Thomas,
wieder erstklassige Recherche und Umsetzung, sehr schön geworden :thumbup: Wie sollst Du es Dir auch einfacher machen, wenn der Hersteller Dich nicht lässt ;)
LG Reinhard

Hallo Reinhard,
eigentlich bin ich froh dass viele Details fehlen oder falsch sind. Da macht der Modellbau erst so richtig Spaß. Und die dazugehörige Recherche ist spannend 8)
Bis man alles Details gefunden und schlüssig miteinander verknüpft hat, hat was von kriminalistischer Arbeit. Und da ich Ingenieur bin und viele Jahre in der Automobilindustrie tätig war muss es für mich technisch nachvollziehbar sein.

Lg, Thomas

30

Sonntag, 25. Januar 2026, 20:39

Hallo Reinhard,
eigentlich bin ich froh dass viele Details fehlen oder falsch sind. Da macht der Modellbau erst so richtig Spaß. Und die dazugehörige Recherche ist spannend 8)
Bis man alles Details gefunden und schlüssig miteinander verknüpft hat, hat was von kriminalistischer Arbeit. Und da ich Ingenieur bin und viele Jahre in der Automobilindustrie tätig war muss es für mich technisch nachvollziehbar sein.

Lg, Thomas[/quote]

Hallo Thomas

Genau das beschreibt einen Modellbauer , überragende Arbeit die Du uns zeigst .


Mit besten Grüßen Jörg
Mitleid bekommt man,Neid muß man sich erarbeiten


Im Bau : Tamiya BMW 635 CSI Gr.A Schnitzer Replika


Aoshima Kawasaki GPz 900R

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