Hallo Modellbaufreunde,
nach einer gesundheits- und motivationsbedingten Pause widme ich mich wieder dem Modellbau.
Den Ferrari F40 werde ich erst zu einem späteren Moment fortsetzen. Das Modell ist mir mit der vielen notwendigen Änderungen momentan noch zu komplex.
Zum Einstieg habe ich mir ein „einfacheres“ Projekt ausgesucht.
Der Ferrari F1 312 T4 im Maßstab 1:8. Das Modell wurde im Laufe der Zeit als Abo-Bausatz von mehreren Firmen angeboten (Centauria, Agora,..), stammt aber eigentlich von der Firma Grani & Partners. Da ich wieder viele Änderungen und Modifikationen mache ist der Bericht unter Bauberichte und nicht unter Abo-Bausatz veröffentlicht.
Ich habe ein halb fertig zusammengebautes Modell bei EBay ersteigert. Das Modell sollte komplett sein und ausreichend Teile für einen zusätzlichen Motor haben der dann als Stand Alone Modell dargestellt wird.
Der Ferrari 312 T4 wurde in der Formel-1-Saison 1979 eingesetzt.
Gefahren wurde er hauptsächlich von Jody Scheckter und Gilles Villeneuve.
Mit diesem Fahrzeug gewann Ferrari die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, und Jody Scheckter wurde Formel-1-Weltmeister 1979. Beim Modell wurde aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen aber nicht der Wagen von Jody Scheckter sondern der Wagen von Gilles Villeneuve abgebildet. Da die Decals mit Fahrernahme und Nummer fix aufgebracht sind und ich bisher keine Decals für Jody Scheckter finden konnte wird es aller Voraussicht beim Wagen von Gilles Villeneuve bleiben.
Das Modell ist grundsätzlich gut gemacht. Es besteht zum Teil aus Metall Druckgussteilen und Spritzgussteilen aus Kunststoff. Das Modell ist so konzipiert, dass es verschraubt bzw. gesteckt wird. Sprich eine Demontage sollte grundsätzlich beschädigungsfrei möglich, außer der Vorbesitzer hat Teile zusätzlich geklebt.
Schritt eins war somit die Demontage. Mit Ausnahme der Luftansaugung am Motor war nichts geklebt und die Demontage war problemlos.
Danach wurde das Modell ausgiebig analysiert. Wer mich kennt weiß dass ich versuche so nah wie möglich am Original zu bleiben.
Als Referenz dienen zahlreiche Fotos aus dem Internet die zum einen von Auktionen bei denen zwei der insgesamt 5 gebauten Wagen verkauft wurden.
Hier der Link zu einer der Auktionen bei der der Wagen von Scheckter 2024 um 7,6 Millionen Euro verkauft wurde.
https://rmsothebys.com/auctions/mc24/lot…allery2_1107891
Weiters habe ich bei Flickr tolle Fotos gefunden die bei einer Classic Rennsportveranstaltung aufgenommen wurden und den Wagen sehr detailliert zeigen.
Dritte Quelle sind Fotos aus einem Museum wo der Basismotor Tipo 015 aus dem Jahr 1974 ausgestellt ist. Der Motor aus dem Jahr 1979 ist großteils ident, da er im Laufe der Jahre äußerlich im Zuge der Leistungssteigerungen nur geringfügig verändert wurde.
Wie auf dem Foto ersichtlich, wurde in der Phase der Startvorbereitung der obere Teil der Verkleidung abgenommen und das Monocoque und der Motor waren voll sichtbar. Ich werde das Modell auch so im Display darstellen.
Das Monocoque des Ferrari 312 T4 bestand aus Aluminiumblech und Aluminium-Wabenstrukturen, verstärkt an hochbelasteten Stellen mit Stahl- und Aluminiumeinlegern.
Es wurde verklebt, vernietet und verschweißt, eine Kohlefaser-Konstruktion kam damals noch nicht zum Einsatz.
Der erste Bauabschnitt den ich mache ist auch das Monocoque mit der vorderen Radaufhängung, dem Fußraum mit der Pedalerie.
Hier der vordere Bereich des Modells im Ausgangszustand.
Die Analyse hat gezeigt, dass die Pedale im Modell zu hoch positioniert sind und nicht mit den an der Vorderwand montierten Bremszylindern bzw. Kupplungszylinder verbunden werden können. Weiters fehlen im Fußraum viele Details (vernietete Bleche, Öffnungen, Schweissnähte, Hydraulikleitungen, Gaszug, Kolbenstangen zu den Zylindern,…).
Ausserdem werden zur Montage der Radaufhängung Kreuzschlitzschrauben verwendet. Im Original sind hier aber viel kleinere Zylinderschrauben mit Innensechskant zum Einsatz gekommen.
Die innere Schale des Monocoque und die Pedalerie sind aus Kunststoff.
Um die Pedale tiefer setzen zu können habe ich diesen Bereich heraus gesägt.
Um die Pedale exakt positionieren zu können und auch die Beweglichkeit aufrecht zu halten habe ich dann die obere Schicht (2 mm) abgetrennt und auf einer 1mm starken Trägerplatte aufgeklebt.
Bei der oberen Abdeckung wurden die Abstandhalter eingekürzt.
Dann wurde diese dem Original entsprechend vorne verlängert.
Mit diesen Änderungen sitzen die Pedale nun wesentlich tiefen und können später auch mit den Kolbenstangen der Hydraulikzylinder verbunden werden.
Nächster Schritt waren die Öffnungen im Monocoque die im Bereich der Aufhängung sind.
Ein wichtiges Detail beim Monocoque sin die Schweißnähte.
Nach langer Recherche habe ich bei Super-Hobby perfekte Schweissnähte in Form von Ätzteilen gefunden.
https://www.super-hobby.de/catalog/Zubeh…rected_mode=cat
Ich habe die Breiten 1 mm und 0,8 mm verwendet.
Die Scheissnähte sind sehr flexibel in können perfekt an die Kontur angepasst werden. Ich habe sie mit Superkleber aufgebracht und die Kanten leicht verschliffen.
Das wars für heute.
Ich wünsche euch ein frohes Weihnachtsfest.
Bis bald
Euer Ferrarifan