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31

Sonntag, 1. Februar 2026, 21:37

Weiter geht’s mit dem Ferrari 312 T4, aber heute steht nicht das Auto im Mittelpunkt.
Heute geht es um den Mann, der ihn gefahren hat: Gilles Villeneuve.



Vor einiger Zeit bin ich auf eBay über eine Resin-Figur gestolpert – inklusive Decals. Kein moderner 3D-Druck mit gestochen scharfen Details, sondern ein klassischer Guss. Und das hat man gesehen.
Die Haare, Augen und Ohren nur angedeutet. Am Overall keine Nähte. Die Schuhe etwas globig, Schnürsenkel praktisch nicht vorhanden. Hinterschneidungen? Fehlanzeige.





Kurz gesagt: viel Potenzial – aber auch viel Arbeit.

Also habe ich beschlossen, die Figur nicht einfach nur zu bemalen, sondern ihr Leben einzuhauchen. Fast wie ein kleiner Bildhauer habe ich begonnen, Details herauszuarbeiten. Mit kleinen Schlitzschraubendrehern und Schleifpapier wurde modelliert, nachgeschärft, definiert. Fehlende Elemente an Schuhen und Kragen entstanden aus ABS neu.







Nach der Grundierung kam der nächste wichtige Schritt: Der Overall durfte nicht wie Plastik wirken. Ich wollte Stoff. Struktur. Realität.
Mit Mr. Surfacer 500, aufgetupft mit einem Schaumstoffstempel, entstand eine leicht raue, textile Oberfläche. Der Primer trocknet schnell – perfekt, um diesen subtilen Stoffeffekt zu erzeugen.





Danach folgte die Bemalung mit Vallejo Model Color.





Beim Gesicht merkt man, dass mir noch die Erfahrung beim Bemalen von Gesichtern fehlt. Im Speziellen mit den Augen bin ich nicht wirklich zufrieden. Hier beginnt das Problem aber bei den fehlenden Details die ich auch bei meiner “Bildhauerei” nicht hinzufügen konnte.

Als nächstes waren die Badges an der Reihe. Die Decals direkt aufzubringen war keine Option, da es zu flach wirkte.
Also habe ich die Decals auf 0,15 mm starkes ABS aufgebracht, um die typische Dicke aufgenähter Patches nachzubilden. Die Nähte entstanden mit einem Nietenrad von Trumpeter – teilweise auch ganz klassisch mit der Nadel.

Um die Badges sauber an die Körperform anzupassen, habe ich Tamiya Extra Thin Cement auf der Rückseite einwirken lassen, bis das Material weich wurde. Erst dann wurden sie am Overall fixiert.



Zum Abschluss gab es ein dezentes Wash und etwas Pigmentarbeit. Keine sterile Vitrine – sondern ein Rennfahrer, der gerade aus dem Cockpit gestiegen sein könnte.















Zum Abschluss der Vergleich vorher - nachher:





Dafür, dass es meine erste Figur ist, bin ich trotz der Mängel beim Gesicht richtig stolz auf das Ergebnis.

Das war’s wieder für heute.

Bis bald

Euer Ferrarifan

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32

Dienstag, 3. Februar 2026, 20:05

Heute stand der vordere Überrollbügel auf dem Programm. Ein kleines Bauteil mit großer Bedeutung, denn hier sind beim Original das Instrumentenpanel und die Lagerung der Lenksäule separat am Überrollbügel befestigt.

Im Bausatz hingegen sind das Instrumentenpanel und die Lagerung der Lenksäule als ein einziges Teil ausgeführt. Praktisch gelöst – aber eben nicht originalgetreu.









Also war klar: Das bleibt nicht so.

Ganz exakt nach Vorbild konnte ich diesmal allerdings nicht arbeiten. Centauria hat das Lager der Lenksäule im Überrollbügel etwas zu weit vorne positioniert – vermutlich aus gusstechnischen Gründen. Beim echten 312T4 sitzt es näher am Fahrer. Eine komplette Korrektur hätte massive Eingriffe bedeutet, daher musste ich mit dieser Vorgabe arbeiten.

Zuerst wurde der Überrollbügel mit Feile und Dremel bearbeitet und von überflüssigem Material befreit. Die Basis musste stimmen.





Danach ging es ans Instrumentenpanel.



Das kombinierte Bauteil wurde sauber in zwei Teile getrennt:
• das eigentliche Panel, das später am Überrollbügel befestigt wird
• der untere Bereich mit der Lagerung für die Lenksäule



Der untere Teil wurde angepasst und anschließend direkt am Überrollbügel fixiert.
Die fehlende Befestigungslasche für die Lenksäule entstanden neu aus ABS und wurden ebenfalls ergänzt und verklebt.



Das Lager der Lenksäule fertigte ich aus Messinghülsen.





Wie im Original wird es später mit zwei Schrauben montiert – genau solche Details machen am Ende den Unterschied.



Die fehlende Befestigungslasche für die Feuerlöschdüsen entstanden neu aus ABS und wurden ebenfalls ergänzt und verklebt.



Die Feuerlöschdüsen stammen aus 3D-Druckteilen von Top Studio und sorgen für zusätzliche Authentizität in diesem Bereich.



Lackiert wurden die Teile mit Vallejo-Farben.
Nach dem Zusammenbau erkennt man deutlich den Unterschied.











Wieder ein wichtiger Schritt, um das Modell so realistisch wie möglich zu gestalten.

Das war’s wieder für heute.

Bis bald

Euer Ferrarifan

33

Freitag, 6. Februar 2026, 19:52

Moin Thomas.

Die Figur ist, im positiven Sinne, nicht wiederzuerkennen. Man kann über deine Fähigkeiten und deine Detailverliebtheit nur Staunen. Das gilt auch für das Model. :respekt:

LG Frank
Im Bau: Lancia Delta HF integrale von Hachette, Lancia 037 von IXO. Coming soon: Nascar Chevrolet Monte Carlo Jeff Gordon von DeAgostini UK



Meine Wunschmodell Top 10: 1. Lancia Delta Evo, 2. Lancia Delta S4, 3. Audi Quatro S1/Sport, 4. Alfa Romeo 155 V6 TI DTM, 5. Ford RS 200, 6. BMW M3 E3 , 7. Ferrari F40, 8. DeTomaso Panthera/Mangusta , 9. Subaru Impreza 22B, 10. Colt Sievers Truck.

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34

Samstag, 7. Februar 2026, 11:15

Moin Thomas.

Die Figur ist, im positiven Sinne, nicht wiederzuerkennen. Man kann über deine Fähigkeiten und deine Detailverliebtheit nur Staunen. Das gilt auch für das Model. :respekt:

LG Frank


Hallo Frank,
danke für die lobenden Worte. Ich bin und bleibe halt ein „Verrückter“ der nach Perfektion sucht :cracy:
Deshalb wird die Figur auch noch mal nachgeschärft werden. :D
Lg, Thomas

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35

Samstag, 7. Februar 2026, 12:19

Weiter geht’s mit meiner Detailverliebtheit. :D

Heute steht das Lenkrad im Mittelpunkt.

Auf den ersten Blick passt das Bausatzteil ganz gut zum Original. Proportionen und Grundform stimmen. Und trotzdem merkt man, wenn man tiefer eintaucht – da geht noch mehr.





Was mich gestört hat, war die Befestigung an der Lenksäule. Im Bausatz ist sie deutlich zu massiv ausgeführt. Meine Recherche ergab: Der 312 T4 hatte keinen Schnellverschluss. Kein modernes „abziehen und raus“.
Am unveränderten Wagen von Jody Scheckter ist klar zu erkennen: Das Lenkrad war schlicht mit einer Schraube an der Lenksäule befestigt. Bei den Wagen die jetzt für historische Rennen im Einsatz sind wurde das aufgrund der Vorschriften umgerüstet.

Also habe ich den hinteren Zylinder am Bausatz-Lenkrad entfernt und durch eine maßstäblich passende Messinghülse ersetzt – inklusive Bohrung für die Befestigungsschraube.



Wie bei Foto vom echten Ferrari zu erkennen ist, sind sowohl das Lenkrad selbst als auch der erhöhte Mittelring mit Leder bezogen. Und genau das wollte ich auch im Modell umsetzen.



Verwendet habe ich Ziegenleder – das gleiche wie bereits beim Sitz, diesmal allerdings die sichtbare Seite. Damit es im Maßstab 1:8 überzeugend wirkt, musste es extrem dünn sein. Also habe ich die Rückseite vorsichtig mit dem Skalpell abgeschabt, bis das Leder nur noch 0,2 mm stark war.

Verklebt wurde alles mit Bastelkleber. Der verwendete Kleber ist wasserlöslich. Dadurch lassen sich eventuelle Kleberrückstände am Leder oder am Lenkrad problemlos mit einem feuchten Wattestäbchen entfernen.



Das Ferrari-Logo in der Mitte bekam zum Abschluss eine Schicht Klarlack – für den Glanz, den man vom Original kennt.

Rechts neben dem erhöhten Mittelring sitzt der sogenannte Kill Switch – der Zündunterbrecher. Seine Position ist kein Zufall. Er ist bewusst so griffgünstig angebracht, damit der Fahrer im Ernstfall blitzschnell reagieren kann – etwa wenn die Gasschieber hängen bleiben und der Motor unkontrolliert auf Vollgas läuft.
Der erhöhte Lederring in der Mitte verhindert ein unbeabsichtigtes Betätigen.

Im Bausatz ist dieser Schalter sehr einfach gehalten. Ich habe ihn deshalb durch einen 3D-Druck von Leadfoot Models ersetzt – filigraner und näher am Original.



Auf der Rückseite sitzt der eigentliche Schalter – ein ziemlich globiges Bauteil. Wir sprechen hier von 1979. Da war noch nichts mit elektronischen Mikroschaltern oder filigraner Hightech. Das war reine Mechanik. Robust. Direkt. Funktional.



Das Schaltergehäuse habe ich aus ABS gemacht. Auf der Rückseite kamen anschließend noch die vier Befestigungsschrauben des Lenkradkranzes hinzu – sowie das Kabel des Kill Switches, das beim Original gut sichtbar vom Schalter wegführt.







Zum Abschluss noch Bilder vom Lenkrad im Auto.







Was noch fehlt ist die Alterung mit den Gebrauchsspuren.

Das war’s für heute.
Beim nächsten Mal ist das Instrumentenpanel an der Reihe.

Bis bald
Euer Ferrarifan

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36

Mittwoch, 11. Februar 2026, 14:25

Heute ist das Instrumentenboard an der Reihe.

Der 312 T4 hatte drei zentrale Anzeigen:
In der Mitte der dominante Drehzahlmesser – das Herz des Cockpits.
Links ein Kombiinstrument für Wasser- und Öltemperatur.
Rechts Benzindruck im Einspritzsystem und der Öldruck.



Im Bausatz sind Skalen und Zeiger sauber gedruckt. Technisch gut gemacht – aber flach. Keine Tiefe. Kein echtes Leben.
Und genau das wollte ich ändern.





Also habe ich die Instrumente komplett neu aufgebaut.
Die Grafiken entstanden in Photoshop – bei der Schriftgröße bin ich bewusst leicht vom Original abgewichen, damit sie im Maßstab 1/8 noch lesbar bleibt. Gedruckt habe ich auf Foto-Glanzpapier mit meinem Canon Tintenstrahldrucker.



Für perfekt runde Schnitte kamen Stanzeisen zum Einsatz.



Die Zeiger entstanden aus Resten dünner Ätzplatinen. Schraubenköpfe und Details stammen von Top Studio Ätzteilen.





Die mitgelieferten Glasscheiben im Kit waren extrem dick – also raus damit.
Neue Scheiben habe ich aus dünner Klarsichtfolie ausgestanzt.
Damit sie nicht direkt auf den Skalen aufliegen, fertigte ich Distanzringe aus Kupfer-Crimp-Hülsen. Dafür mussten die Öffnungen im Panel leicht vergrößert werden.





Die Öldruck-Warnlampe im Bausatz war lediglich rot lackiert. Das ging natürlich nicht.
Also aufgebohrt – und aus einem Anguss roter Rückleuchten (Restbestand vom Pocher Testarossa ????) eine echte Linse gefertigt.



Beim Original sind auf der Rückseite die Anschlüsse für die ganzen Leitungen und Kabel.



Da diese Details im Bsusatz fehlen war auch hier wieder Feinarbeit gefragt. Zum Detailieren kamen ABS- und Druckteile von Top Studio zum Einsatz. Die Anschlüsse für die Warnlampe entstanden aus feinem Kupferdraht.







Die neue Version wirkt deutlich näher am Original – mehr Tiefe, mehr Realismus, mehr „312 T4“.





Die fehlenden Anschlussleitungen und die Alterung kommt zu einem späteren Zeitpunkt.

Das war’s für heute.

Bis bald
Euer Ferrarifan

37

Mittwoch, 11. Februar 2026, 16:19

Servus Thomas,
sehr fein geworden :thumbup: Hast Du spezielles Fotopapier? Da hätte ich Bedenken, dass es im Lauf der Zeit ausbleicht.
LG Reinhard

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38

Mittwoch, 11. Februar 2026, 16:47

Servus Thomas,
sehr fein geworden :thumbup: Hast Du spezielles Fotopapier? Da hätte ich Bedenken, dass es im Lauf der Zeit ausbleicht.
LG Reinhard


Hallo Reinhard,
nein ich habe normales Fotopapier verwendet. Ehrlich gesagt habe ich bisher noch gar nicht in Erwägung gezogen, dass die Tinte ausbleicht. Aber das Modell wird nicht in direkten Sonnenlicht und unter einer Plexiglashaube stehen. Somit hoffe ich, dass das Ausbleichen langsamer als das Nachlasen meiner Sehkraft ist :thumbsup:

Lg, Thomas

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39

Sonntag, 15. Februar 2026, 12:34

Weiter geht’s beim Monocoque.
Das Instrumentenpanel wurde noch etwas mit Lackabplatzern gealtert. Dann wurde am vorderen Überrollbügel mit Superkleber fixiert.



Nächster Schritt waren die Feuerlöschleitung für das Cockpit. Im Modell fehlen diese.
Die Leitungen mitsamt der Verschraubungen stammen von Top Studio. Befestigt wurden sie dem Original entsprechend am vorderen und hinteren Überrollbügel. Im Anschluss wurden die Überrollbügel mit der oberen Halbschale des Monocoque verschraubt.





Anschließend entstand im Eigenbau das Gasseil inklusive Befestigungslasche – ein kleines Detail, das vielleicht nicht sofort ins Auge fällt, für mich aber zur stimmigen Gesamtwirkung dazugehört.







Ein größerer Arbeitsschritt war die seitliche Beplankung. Im Bausatz sind nur im vorderen Bereich Nieten dargestellt – und auch diese nicht besonders überzeugend. Im mittleren Abschnitt fehlen sie vollständig, erst ganz hinten gibt es wieder eine Nietenreihe. Auch wenn später einige davon durch Anbauteile verdeckt werden, hat mich das gestört.





Zusätzlich besteht zwischen den Halbschalen ein Spalt, der beim Original nicht vorhanden ist, da dort die seitliche Beplankung höher ausgeführt ist. Gleiches gilt für den vorderen Abschluss des Monocoque.

Also habe ich die seitliche und vordere Beplankung neu aufgebaut – aus 0,15 mm ABS und gedruckten Nieten von PlusModel. Es war einiges an Arbeit: hunderte Löcher bohren, Nieten einsetzen, trocknen lassen, die überstehenden Rückseiten abtrennen und alles sauber verschleifen. Danach folgten Grundierung und Lackierung.









Die vorhandenen Nieten an der unteren Halbschale wurden entfernt und die Halbschale neu lackiert. An der Unterseite habe ich leichte Kratzer vom Aufsetzen des Unterbodens auf dem Asphalt dargestellt und das Ganze dezent verschmutzt.







Im Anschluss wurden obere und untere Halbschale miteinander verschraubt. Hier sieht man auch den seitlichen Spalt zwischen den Halbschalen.



Dann wurden die neuen Beplankungen verklebt und alles mit einem Wash leicht belebt.



Das Ergebnis ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, dem Original noch näher zu sein.



Das wars wieder für heute.

Bis bald

Euer Ferrarifan

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40

Montag, 16. Februar 2026, 05:52

Sehr sehr geil...

:respekt: :dafür:

Skorpi1211

41

Montag, 16. Februar 2026, 15:15

Das ist (im Positiven Sinne) einfach nur abgefahren. Klasse, meinen Respekt vor deiner Arbeit. :respekt: :respekt:
Grüße
Thomas

In Arbeit:
ˋ65 Ford Mustang 2+2 Fastback Revell-Monogramm 1/25
ˋ32 Ford Roadster Revell 1/25
Ferrari Testa Rossa Hasegawa 1/24

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42

Mittwoch, 1. April 2026, 21:45

Nach einer Urlaubspause gehts wieder weiter.

Der nächste Schritt war das Aluminiumpanel am vorderen Ende des Monocoques. Die im Bausatz vorhandenen, gegossenen Nieten waren nicht besonders.



Die Nieten wurden weggefeilt und durch eine neu gefertigte Platte aus ABS ersetzt, die mit einzelnen Nieten entsprechend detailliert wurde.








Anschließend folgte Detailarbeit am vorderen Überrollbügel. Das im Original vorhandene Befestigungsblech fehlt im Modell und wurde daher ebenfalls aus ABS ergänzt und mit Nieten nachgebildet.











Nächster Bauabschnitt war die linksseitig im Cockpit montierten Schalterkonsole, auf der die wesentlichen Schalter und Knöpfe untergebracht sind.
Die im Bausatz enthaltenen Kippschalter und Bedienelemente sind sehr vereinfacht dargestellt.



Diese wurden entfernt und das Gehäuse entsprechend dem Original nach unten verlängert.





Nach der Lackierung wurden die Schalter neu aufgebaut und detailliert. Dabei kamen Zukaufteile verschiedener Hersteller (Leadfoot Models, Decalcas) zum Einsatz.





Nach dem Lackieren und Verkleben der einzelnen Komponenten wurden abschließend Decals von EG Fabbrica Italiana Modelli aufgebracht.





Zum Schluss wurde die Konsole dezent gealtert.









Die Verkabelung folgt zu einem späteren Zeitpunk.

Nächster Bauabschnitt ist der Verstellhebel für den vorderen und hinteren Stabilisator.

Das war’s wieder für heute.

Bis bald
Euer Ferrarifan

43

Donnerstag, 2. April 2026, 19:02

Servus Thomas,
Zum Einstieg habe ich mir ein „einfacheres“ Projekt ausgesucht.
Du kannst uns ja viel erzählen, aber alles glauben wir auch nicht :lol: Ich bewundere Deine akribischen Recherchen und die detailverliebte Umsetzung, klasse Arbeit :respekt:
LG Reinhard

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44

Montag, 13. April 2026, 11:57

Servus Thomas,
Zum Einstieg habe ich mir ein „einfacheres“ Projekt ausgesucht.
Du kannst uns ja viel erzählen, aber alles glauben wir auch nicht :lol: Ich bewundere Deine akribischen Recherchen und die detailverliebte Umsetzung, klasse Arbeit :respekt:
LG Reinhard


Hallo Reinhard,

danke für das Lob. Ich bin ja krankhafter Perfektionist, und das macht es manchmal nicht leicht.

Lg, Thomas

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45

Montag, 13. April 2026, 14:54

Moin Thomas,

eine unfassbar tolle Detailarbeit! Ich bin schwer beeindruckt. Zu Deinem Post von Anfangs Februar möchte ich noch anmerken, dass Du die Gesichtsfarbe gut getroffen hast.
Zumindest auf den Fotos kann ich nichts Nachteiliges erkennen. Natuerlich kann man mit entsprechendem Farbmix gewisse Konturen oder Schattenpartien konturieren.
Ich male Portraits in Öl und habe mir für diese Feinarbeit einen Feinpinsel von da Vinci in kleinster Größe 2/0 besorgt. Falls Du Ölfarben nutzt, könnte ich Dir Farben nennen, die sehr Hilfreich sind um verschiedenste Hauttoene zu erzeugen.

Viele Grüße,

Arne
Viele Grüsse, Arne


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46

Montag, 13. April 2026, 20:43

Weiter geht es mit dem nächsten Bauabschnitt des Ferrari 312 T4 .

Diesmal stand der Verstellhebel für die Stabilisator-Einstellung im Fokus. Beim 312 T4 erfolgt die Verstellung über einen zentralen Hebel im Cockpit, der sowohl Vorder- als auch Hinterachse gleichzeitig ansteuert.
Dabei wird nicht einfach die Steifigkeit verändert, sondern gezielt die Balance des Fahrzeugs beeinflusst. Durch die gekoppelte Mechanik wirkt sich die Verstellung nicht identisch auf beide Achsen aus, sodass das Verhältnis zwischen Unter- und Übersteuern angepasst werden kann.

Interessant ist, dass die Ausführung dieser Verstellung nicht bei allen Fahrzeugen identisch war. Nach aktuellem Stand der Recherche wurde beim ersten der insgesamt fünf gebauten Chassis zunächst eine hydraulische Lösung eingesetzt, die dann aus Gewichtsgründen durch eine mechanische Verstellung ersetzt wurde. Auch bei der mechanischen Variante gab es unterschiedliche Ausführungen des Hebels und dessen Befestigung. Eine eindeutige Zuordnung für das Chassis von Gilles Villeneuve konnte ich nicht feststellen. Daher habe ich mich für die Version mit Holzgriff entschieden, die auch im Bausatz verwendet wird.





Im Bausatz ist der Hebel als einfaches Bauteil ausgeführt und bildet das Original nur vereinfacht ab.





Als Grundlage habe ich daher den vorhandenen Hebel mit seinen Zahnrädern verwendet und darauf aufgebaut. Sprich das Zuviel weggeschliffen und die fehlenden Zähne ausgearbeitet.



Das Gehäuse, in dem der Hebel geführt wird, entstand teilweise aus ABS, teilweise aus Metall. Metall kam gezielt dort zum Einsatz, wo das Gestänge aus dem Gehäuse herausgeführt wird.



Entsprechend dem Vorbild wurde an dieser Stelle auch ein Gewinde geschnitten. Mittels der Gewindestangen erfolgte bei Original die Feineinstellung für die einzelnen Achsen.



Die verwendeten Hülsen stammen aus dem Zubehörbereich für den Fischerbedarf.

Ergänzend wurden vorne und hinten die Halteplatten gefertigt, an denen die Führung befestigt ist. Wie beim Original wurde abschließend auch die Drahtsicherung gemacht, die beim Übergang von Gestänge zu Bowdenzug angebracht war.



Nach dem Lackieren und dem Zusammenbau folgte ein dezentes Weathering, um das Bauteil optisch in das Gesamtbild zu integrieren.









Das wars wieder für heute.

Als nächster Schritt steht nun die Verkabelung der Instrumente an.

Bis bald

Euer Ferrarifan

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47

Dienstag, 14. April 2026, 07:38

Wirklich, sensationell... :ok:

Da kann man nur staunen.

Olaf

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48

Sonntag, 3. Mai 2026, 03:34

Im nächsten Schritt wurden die Anschlussleitungen zum Instrumentenpanel verlegt.
Auf der rechten Seite in Fahrtrichtung verlaufen die Leitungen für Drehzahlmesser, Benzindruck im Einspritzsystem sowie Öldruck.
Die Leitung für die Drehzahl ist eine 1 mm starke Gummischnur.
Für die Druckleitungen habe ich einen Gummischlauch von MFH (P-975) verwendet, da dieser dem Original sehr genau entspricht.

Auf der linken Seite befinden sich die Leitungen für Öl- und Wassertemperatur (0,35 mm Draht) sowie die Anschlüsse der Öldruckwarnleuchte.



Nächster Schritt waren Lenksäule, Lenkgetriebe und die seitlichen Montageplatten.
Diese habe ich ja schon zu einen früheren Zeitpunkt gemacht.



Hier haben noch ein paar kleine Details gefehlt.
Bei den seitlichen Montageplatten wurden die Schrauben und der Sicherungsdraht hinzugefügt.



Beim Lenkgetriebe wurden ebenfalls die fehlenden Schrauben und Muttern hinzugefügt (alle on Autograph).



Danach wurden die Teile einem leichten Wash unterzogen und eingebaut.







Im Gegensatz zur ursprünglichen Ausführung der Lenkung im Bausatz, ist das Modell dem Original, Dank der durchgeführten Anpassungen, jetzt sehr nahe.

Nächster Bauabschnitt war der vordere Stahlbügel mit dem Windblech. Diesen habe ich ja schon vorher mit Schweißnähten versehen und lackiert.



Ich habe dann aber beschlossen, die im Bausatz vorhandenen Nieten sowie die Erhöhung für das Typenschild zu entfernen. Das Windblech wurde neu gefertigt und mit gedruckten Nieten detailliert.

Auf der Rückseite des Windblechs befindet sich beim Original ein Feuersensor. Ein baugleicher Sensor ist im Motor verbaut.
Diesen hat Ferrari seit dem Unfall von Niki Lauda auf dem Nürburgring als Sicherheit bei den Rennwagen verbaut. Sollte der Fahrer ohnmächtig sein, löst der Sensor im Brandfall automatisch das Löschsystem aus.

Da dieses Detail im Bausatz fehlt, wurde der Sensor samt Halterung aus ABS ergänzt.





Alle Bauteile wurden anschließend lackiert. Das Typenschild wurde auf Spezialpapier gedruckt und aufgeklebt.





Um den Detailgrad beim Typenschild zu erhöhen wurden noch die Nietköpfe hinzugefügt. Hierfür wurden Ätzteile von Top Studio verwendet.

Hier das fertige Bauteil vor dem Wash





Zur Montage des Windblechs wurden anstelle der im Bausatz vorgesehenen Kreuzschlitzschrauben angepasste Innensechskantschrauben verwendet, um dem Original näher zu kommen.




Danach wurden sämtliche Leitungen final positioniert. Zur weiteren Detaillierung kamen Kabelbinder von MFH und Stecker von Top Studio zum Einsatz. Danach folgte die Montage des Lenkrads inklusive der Verkabelung für den Kill-Switch.











Mit Ausnahme des Kabelbaums, der nach hinten zum Motor führt, ist dieser Bereich damit abgeschlossen.

Das war’s für heute. Beim nächsten Mal gehts mit dem vorderen Stabi und der vorderen Fahrwerksaufhängung weiter.

Bis bald

Euer Ferarifan

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49

Sonntag, 3. Mai 2026, 03:39

Moin Thomas,

eine unfassbar tolle Detailarbeit! Ich bin schwer beeindruckt. Zu Deinem Post von Anfangs Februar möchte ich noch anmerken, dass Du die Gesichtsfarbe gut getroffen hast.
Zumindest auf den Fotos kann ich nichts Nachteiliges erkennen. Natuerlich kann man mit entsprechendem Farbmix gewisse Konturen oder Schattenpartien konturieren.
Ich male Portraits in Öl und habe mir für diese Feinarbeit einen Feinpinsel von da Vinci in kleinster Größe 2/0 besorgt. Falls Du Ölfarben nutzt, könnte ich Dir Farben nennen, die sehr Hilfreich sind um verschiedenste Hauttoene zu erzeugen.

Viele Grüße,

Arne


Hallo Arne!
Danke für das Lob und den Tip. Ich verwende zwar keine Ölfarben, ich werde aber beim Gesicht noch einmal Feinarbeit machen.

Lg, Thomas

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50

Mittwoch, 13. Mai 2026, 17:22

Heute geht es mit dem vorderen Stabi weiter.

Der Ferrari 312 T4 hatte an der Vorderachse eine sehr moderne und aufwendige Radaufhängung für seine Zeit. Die Vorderräder waren einzeln aufgehängt, damit das Auto auch in schnellen Kurven möglichst stabil und präzise blieb.

Die Stoßdämpfer und Federn lagen im Inneren des Fahrzeugs und waren mit dem oberen Querlenker verbunden. Auch der Stabilisator – also das Bauteil, das das Wanken des Autos in Kurven reduziert – war dort angebunden. Die Verbindung erfolgte über sogenannte Koppelstangen.

Besonders interessant war die Möglichkeit, die Härte des Stabilisators während der Fahrt zu verändern. Dafür gab es auf der rechten Seite des Stabilisators einen drehbaren Hebel. Das Prinzip dahinter war eigentlich ganz einfach: Je nachdem, wie der Hebel verdreht wurde, änderte sich die Stabilität des Stabilisators gegen Verwindung und damit auch seine Wirkung.

Gesteuert wurde das Ganze über einen Bowdenzug. Der Verstellhebel dafür befand sich links im Cockpit. Diesen Hebel habe ich bereits nachgebaut und in einem früheren Beitrag gezeigt.



Der Verstellhebel und die Koppelstangen sind sehr vereinfacht dargestellt. Weiters fehlen die Verschraubungen, da die Koppelstangen im Modell nur aufgesteckt werden.

Die Koppelstangen des Stabilisators wurden vollständig neu aufgebaut und mit echten Gewinden zur Längenverstellung versehen. Die Kugelkopfgelenke sind Augenschrauben von Knupfer, die Muttern von Autograph. Die mittlere Stange ist ein 2 mm ABS Rohr.



Nächster Schritt war die Anpassung des Verstellhebels



Der bestehende Hebel wurde auseinander geschnitten. Lediglich der Mittelteil wurde behalten. Der Rest wurde neu gemacht. Rechts wird der Bowdenzug angeschlossen. Links die Koppelstangen angeschraubt.





Der Hebel auf der anderen Seite ist nicht verstellbar weil es reicht wenn eine Seite verstellbar ist. Die beiden Hebel sind ihrerseits über ein Torsionsrohr verbunden. Hier wurde lediglich das Gewinde zur Befestigung der Koppelstange hinzu gefügt.



Beim oberen Querlenker wurde das Gewinde zur Befestigung der Koppelstangen ergänzt.





Im Anschluss wurden die Teile lackiert und miteinander verbunden.









Zum Abschluss wurde der Stabi mittels der vorderen Träger montiert.

Hier ein paar Detailbilder.











Das wars wieder für heute.

Bis bald

Euer Ferrarifan

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