Guten Abend!
Lasst uns wie versprochen über Fleur-de-Lis diskutieren. Wir können alle Fragen klären.
Jörg hat folgende Aspekte angesprochen, die dann auch Inhalt dieses Posts werden:
- 3 oder 4 Blätter im Bund
- gesamte Ausrichtung des Bundes (an dieser Stelle hat auch Matthias zugestimmt)
- Ausrichtung der Leiste in der Mitte des Bundes.
- Verschiedenes.
Die erste Frage lässt sich am einfachsten beantworten. Bei Fleur-de-Lis ist überall (z. B. auf der Krone) die Symmetrie mit vier Seitenteilen um den Zentralspieß gegeben.

Bei der gesamten Ausrichtung des Bundes fangen die Interpretationen an. Ich habe schon einmal erwähnt, dass bei dieser Darstellung aus dem 17. Jahrhundert das Verständnis der Gedanken des Urhebers im Vordergrund steht. Wortwörtlich: „Was wollte uns der Künstler damit sagen?” Für diese Stelle ist eine Interpretation notwendig und ich habe folgende Argumente: Erstens sind die Lilien, wenn Jean Berain ein paar Jahrzehnte später die Dekoration entwirft, immer folgendermaßen orientiert.

Zweitens sind die Darstellungen bei Le Brun mit einer Art perspektivischen Elementen gemacht. Ich habe mit größeren Pfeilen die Flächen angedeutet, die wir bei einer „senkrechten” Darstellung (aus Berains Zeiten oder heutzutage) nie sehen könnten.
Dadurch ergibt sich auch eine „symmetrische” Darstellung der Lilien auf den Türmen (mit kleinen Pfeilen angedeutet). Ich bin relativ sicher, dass der große Bund genauso wie die kleineren auf die anderen Elemente (Krone, Laternen) ausgerichtet werden soll.

Für die Orientierung der Leiste bin ich mir nicht mehr sicher. Ich habe es für die Lilien auf Balkon 2 vorbereitet und auf die Türme einfach kopiert. Ich werde prüfen, ob eine andere Variante besser und harmonischer aussieht. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bedanken. Cool, ich habe nicht aufgepasst! (Davon gibt es in diesem Projekt noch einiges.)

Und zu „Verschiedenes” möchte ich sagen, dass es schon länger her ist, seit ich die Lilien vorbereitet habe. Die Form des Zentralspießes gefällt mir nicht mehr. Man könnte Überlegungen zum unteren Teil anstellen, vielleicht ist es kein Zufall, dass es dort mehrere Linien gibt. Es gibt eine ähnliche Stelle auf einer zeitgenössischen Zeichnung von Pierre Puget.

Mal sehen, ich werde nicht sofort alles umbauen, aber Notizen habe ich mir gemacht. Für fast jedes Element, das ich zeige, gibt es mehr als zwei bis drei Varianten.
Es spricht nichts dagegen, noch ein (oder zwei) hinzuzufügen.
PS: Harald, ich habe deinen Post zu spät gesehen. Genau so meine ich es. Du sagst es: Alles kommt aus der Architektur. Ich denke, du meinst die Bücher von Jan Pieper.

Bestimmt.