Hallo!
Heute bin ich auch endlich mal dazu gekommen, meinen ersten Baubericht über den Ausbau meines RC-Schleppers zu starten.
Als Grundsubstanz kommt auch bei mir ein alter Bekannter zum Einsatz.
Der Schlepper Southampton im Maßstab 1:36, allerdings nicht von Hobby Engine, sondern von der Firma Arctic GmbH.
Die Schiffe sind aber nahezu baugleich, lediglich gehörte bei meinem eine 27 MHz 2-Kanal-Pistolenanlage zum Lieferumfang. Dies ist aber zumindest für mich unerheblich, da der Schlepper sowieso mit einer komplett neuen RC-Anlage ausgestattet wird.
Inzwischen ist der Schlepper auch wieder lieferbar und da man als RC-Schiffbauer ja eigentlich nie genügend Schlepper in seiner Flotte haben kann, habe ich mir auch direkt mal noch einen zweiten seiner Art gegönnt.
Allerdings scheint die Produktion wohl nochmal neu aufgelegt worden zu sein, denn obwohl meine Schiffe beide vom gleichen Hersteller sind, habe ich auch hier einige Unterschiede festgestellt.
So ist zum Beispiel das hintere Decksschott bei meinem ersten Schiff komplett glatt gestaltet....
....während bei dem neuen Schiff auf dem Schott eine rutschhemmende Oberfläche dargestellt ist.
Auch sind die Fenster des unteren Aufbaus bei dem neuen Schiff verschlossen.
Außerdem befinden sich im Aufbau sehr viele zusätzliche Befestigungspunkte, die bei der älteren Variante nicht vorhanden waren und auch bei der neuen Variante nicht genutzt werden, sowie zwei ungenutzte Kabelführungen an den seitlichen Eingängen, die von außen als eine Art Deckskiste getarnt sind.
Je nachdem, welche Zusatzfunktionen man realisieren möchte, müssen die zusätzlichen Schraubenhalterungen eventuell zum Teil aus dem Aufbau entfernt werden. Die beiden Holzklötze im linken Aufbau sind natürlich auch nicht original, sondern bereits von mir angebracht worden. Diese sollen später einmal ein zum Getriebemotor umgebautes RS2-Servo tragen, welches dann seinerseits die Radarantenne drehen soll. Aber dazu später mehr.
Da ich meinen ersten Schlepper mit einem defekten Antriebsmotor in der Bucht gefunden habe, stand nun auch bei mir als erstes die Reparatur bzw. der Umbau des Antriebs an. Dazu nutze ich ebenfalls die 16 Watt IGARASHI N 2738-48GF Motoren, die ja bereits in diverse Southampton's hier im Forum Einzug gehalten haben. Allerdings möchte ich versuchen, mein Getriebe dazu erstmal in der ursprünglichen Konfiguration mit der ca. 6:1-Übersetzung zu belassen.
Also stand zunächst mal das Entfernen des Decks an. Da ich bislang noch nichts darüber gelesen habe, habe ich einen Moment gebraucht, um alle Schrauben zu finden, die das Deck auf dem Rumpf fixieren. Deshalb hier nochmal kurz die Erklärung, wie man das Deck vom Rumpf gelöst bekommt.
Als erstes habe ich alle sichtbaren Schrauben des Decks entfernt.
Danach wurden die fünf Doppelkreuzpoller am Bug und an den Seiten entfernt und die darunter befindlichen Schrauben gelöst.
Zum Schluss wurden noch die beiden am Heck befindlichen Poller vorsichtig vom Deck abgehebelt und auch darunter kamen nochmals zwei Schrauben zum Vorschein, die ebenfalls entfernt wurden.
Danach sollte sich das Deck vom Rumpf abnehmen lassen.
Als nächstes folgt das Ausbauen des Getriebes. Dazu gehe ich mittlerweile so vor, das ich zunächst die Madenschrauben an der Wellenseite der Kupplungen löse und die Schraubenwellen mitsamt den Schrauben soweit zurück ziehe, bis sie an den Ruderblättern anstoßen. Danach löse ich die vier Schrauben, die das Getriebe im Rumpf fixieren und nehme das Getriebe nach oben heraus. Bei meinem ersten Versuch, das Getriebe auszubauen, habe ich das Zurückziehen der Schraubenwellen natürlich nicht gemacht und habe mir dabei direkt mal eine der beiden Wellen verbogen.
Die Biegung war zwar mit dem bloßen Auge nicht mal zu erkennen, aber nachdem ich die Welle komplett ausgebaut und auf einer glatten Unterlage gerollt habe, wusste ich auch, warum der Steuerbordmotor deutlich mehr Kraft brauchte, um die Schraube zu drehen, als der Backbordmotor. Inzwischen ist die Welle aber in mühevoller Fummelarbeit wieder gerichtet und beide Antriebe funktionieren wieder zuverlässig.
Nachdem das Getriebe draußen war, habe ich zunächst die Entstörkondensatoren abgelötet und das Getriebe geöffnet. Dann folgte das vorsichtige Entfernen der Antriebsritzel von den Motorwellen. Danach konnten die Antriebsmotoren entnommen werden.
Da die mächtigen neuen Antriebsmotoren um einiges größer sind, als die Originalmotoren, passen diese nicht mehr in das Gehäuse an die Stelle, wo die Originalmotoren gesessen haben, sondern müssen von aussen am Getriebe befestigt werden.
Hier sieht man den Größenunterschied mal etwas genauer.
Also habe ich versucht, mir aus 2mm-Polystyrol eine Halterung für die neuen Motoren zu bauen. Nach ungefähr einer Stunde Friemelei musste ich allerdings einsehen, dass das nichts wird und höchstens in Murkserei endet, weil ich einfach keine ausreichende Festigkeit hin bekommen habe. Also habe ich die PS-Halterung als Schnitt- und Bohrmuster genommen und mir die Halterung aus Aluminium noch einmal neu gebaut.
Die Metaller unter euch hätten das wahrscheinlich noch um einiges besser hin bekommen, vor allem die Langlöcher an der Oberseite zum genauen Justieren der seitlichen Position. Aber ich finde, für einen einfachen Akkuschrauber, eine Blechschere und eine Schlüsselfeile als Werkzeuge ist das Bauteil schon ganz akzeptabel geworden.
Danach habe ich die Löcher der Antriebsritzel vorsichtig von 0,8 mm auf 1,1 mm aufgebohrt und auf die Wellen der neuen Antriebsmotoren aufgepresst. Danach wurden die Motoren an der neuen Motorhalterung befestigt. Zusammengesetzt sieht das ganze dann so aus.
Nun wurden noch die passenden Löcher für die neue Motorhalterung in das Getriebegehäuse gebohrt und dann konnte das Getriebe schon wieder zusammen gebaut werden. Und so sieht es dann aus, wenn die neuen Motoren an das Getriebe angebaut sind.
Non noch schnell die Motoren probeweise an mein Labornetzteil gehängt und dann wird sich zeigen, ob ich genau genug gearbeitet habe. Und siehe da, es funktioniert prima und ohne zu quietschen oder zu eiern. Also kann die Antriebseinheit wieder ins Schiff eingebaut werden.
Durch den Umbau und die neue Halterung liegen die Motoren nun an der gegenüberliegenden Seite des Getriebes.
Eine andere Art der Motorenbefestigung ist mir so spontan nicht eingefallen. Allerdings hat diese Variante auch einen Vorteil. Falls die Antriebsritzel, die ja zur Zeit nur auf die Motorwellen aufgepresst sind, doch noch mit Kleber fixiert werden müssen, kann ich die Motoren ausbauen, ohne das Getriebe mit ausbauen zu müssen.
Nun fehlen mir eigentlich nur noch die passenden Regler und dann kann das Schiff zu seiner ersten Testfahrt auslaufen.
Lg.
Dennis